Kreis Germersheim Kandel: DRK-Haus wird zum Wohnheim
Da das DRK in Minderslachen einen Neubau bezogen hat, stellt sich seit geraumer Zeit die Frage nach der Nutzung der alten Räumlichkeiten in der Robert-Koch-Straße. Ein Multifunktionsgebäude soll dort entstehen. Die ersten Planungen des DRK Kreisverbands Germersheim wurden nun im Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz vorgestellt.
Die geplante Nutzung des dreistöckigen Gebäudes teilt sich in vier Hauptbereiche auf: Betreutes Jugendwohnen, Tagespflegeeinrichtung, Trainings-Appartements sowie Verwaltung. „Wir planen ein Inklusionsgebäude“, konkretisiert Kreisgeschäftsführer Thorsten Böttcher. Dort sollen unter anderem Jugendliche mit körperlichen oder seelischen Behinderungen unterkommen.
Neben heilpädagogischen Angeboten und der Tagespflege ist ein stationärer Bereich mit Wohngemeinschaften geplant. In sogenannten Trainingsappartements lernen die Bewohner, alltägliche Dinge wie Wäsche waschen und Kochen, um später ein selbstständiges Leben meistern zu können.
Ein Platz für junge Leute
„Der Fokus liegt erst einmal auf jungen Leuten“, beantwortet Böttcher die Frage nach einem möglichen Angebot für Senioren. Hier sei der Bedarf momentan besonders hoch, man wolle aber generell keine Nutzung ausschließen. „Wir wissen alle nicht, was in fünf Jahren ist“, sagt Heiner Butz vom DRK. Vielleicht sei ja dann ein hoher Bedarf im Hospizbereich oder an Frauenhäuser da. Man wolle diesem dann schnell nachkommen können, ohne erneut umbauen zu müssen: „Die multifunktionale Verwendung ist uns wichtig.“
Begegnung und Beratung
Angedacht ist es außerdem, eine Begegnungsstätte zu schaffen und ein Beratungsangebot zu etablieren. Dazu kommen Räume für die Verwaltung. Kooperationen mit dem Haus der Familie (FFZ) sowie der Anlaufstelle für Eltern (Bella) seien ebenfalls möglich. Und auch der DRK-Ortsverband, der in unmittelbarer Nachbarschaft liegt, sei in die Planungen eingebunden. Einen Kosten- und Zeitplan gibt es noch nicht, da das Projekt noch am Anfang stehe. Für den Bau, zu dem auch die Erschließung von zehn Stellplätzen gehört, ist eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Der Ausschuss unter dem Vorsitz von Jutta Wegmann (Grüne) hat am Donnerstag sein generelles Einverständnis gegeben, so dass das Projekt nun im Stadtrat besprochen wird.