Kreis Germersheim
Kandel: Die „Mutter“ der Seniorenbeauftragten
Als die Kandeler Parteien im Frühjahr die Namen ihrer Kandidaten für die Kommunalwahl bekannt gaben, wurde von vielen Leuten der Name Gudrun Lind auf der Liste der SPD vermisst, und zwar nicht nur von Wählern dieser Partei. „Warum fehlt sie nur“, so die Frage, „hat sie doch als erste Beigeordnete der Stadt einen guten Job gemacht“. Bei einem Gespräch mit der RHEINPFALZ erklärte Lind, dass sie freiwillig auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat.
„25 Jahre Zugehörigkeit zum Stadtrat sind genug“, so ihre Erklärung, „denn alles hat seine Zeit und jetzt will ich mehr Zeit für mich und meine Familie nutzen, vor allem für meine drei Enkel und meine kranke Mutter.“
Nun war Gudrun Lind ja in den 25 Jahren nicht „nur“ Stadtratsmitglied. Vielmehr war sie in den vergangenen 15 Jahren als Erste Beigeordnete Stellvertreterin des Bürgermeisters und dazu für das Kulturelle Geschehen in der Bienwaldstadt zuständig. Dazu gehörte nicht nur eine intensive Koordinationsarbeit mit den Kulturträgern, sondern auch die Betreuung der Stadtbücherei, die Arbeit mit und für die Senioren und, was – in Kandel ganz besonders wichtig ist - die Mitgestaltung von Märkte und Messen.
Von der ersten Frau im Rat vorgeschlagen
Für den Stadtrat kandidiert hat Gudrun Lind vor 25 Jahren auf Vorschlag von Helga Jäger, die ja die erste Frau im Kandeler Stadtrat war. Schon von Anfang an beschäftigte sich Gudrun Lind intensiv mit dem Thema Kultur. Umso lieber übernahm sie daher die Aufgaben die ihr dann als Beigeordneter übertragen wurden. Dabei blieb sie jedoch gerne im Hintergrund, so dass es den Bürgern oft gar nicht bewusst war, dass sie es war, die ein Objekt angestoßen hat und es dann zur Vollendung brachte.
Genannt seien hier Verbesserungen in den Räumen der Stadtbücherei, die Einführung von Veranstaltungen am Schwanenweiher, die Gründung der Bürgergemeinschaft, Schaffung des Amts einer Seniorenbeauftragten der Stadt. Aber auch bei der Ausrichtung der Stadtfeste, der beiden großen, aber auch der kleinen Märkte und des Weihnachtsmarktes, war Gudrun Lind mit beteiligt. Auch das „Festival der Kulturen“, die Gesundheitsmesse und die Verleihung eines Bürgerpreises an verdiente Mitbürger beim Neujahrsempfang der Stadt gehen auf ihre Ideen und Initiativen zurück.
Gerne Zeit geopfert
Die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und mit den Marktmeisterin habe ihr die Arbeit oft erleichtert, sagt Lind. Ihnen, aber auch der Musikschule, dem Verein für Handel und Gewerbe und allen anderen Vereinen mit denen sie während ihrer Dienstzeit zu tun hatte sagt sie ein herzliches Danke schön.
„Es war eine schöne Zeit, es war aber auch eine anstrengende Zeit die ich für meine Heimatstadt aufbrachte“, sagt sie. Sie habe die Zeit gerne geopfert. Dazu betont sie ausdrücklich: „Ich habe nie in die eigene Tasche gearbeitet.“ Vorbei ist für sie jetzt die Zeit in der sie in der Ortspolitik tätig war. „Aber politisch interessiert bin ich nach wie vor und wenn es sein muss, werde ich mich dazu äußern.“