Kreis Germersheim Kandel: Dem Frauenbündnis erfolgreich getrotzt

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Die Demonstrationen des rechten „Frauenbündnis“ in Kandel gehen möglicherweise weiter. Dass sie mehr als nur lästig sein und zum echten Hindernis werden können, zeigt die Geschichte der Christbaum- Sammelaktion des CVJM im Januar. Die Verantwortlichen beklagen sich auch über die Kreisverwaltung.

„Unsere Christbaum-Sammelaktion findet seit Jahrzehnten am 2. Samstag im Januar statt“, sagt Heike Keppel, Vorsitzende des „Christlichen Vereins junger Menschen“ (CVJM) in Kandel. Das Neue in diesem Jahr: Für diesen Tag hatte das „Frauenbündnis Kandel“ eine Demonstration angekündigt. Das warf nicht nur logistische Fragen auf. Das weckte auch Ängste. Wer wie beispielsweise Keppel in seinem Briefkasten eine Todesanzeige für die ermordete 15-Jährige findet, die mit Ketchup verschmiert ist, geht danach manchen Leuten lieber aus dem Weg. Denn das vermatschte Blatt soll sagen: „Mias Blut klebt an deinen Händen.“ Aber die Sammelaktion einfach ausfallen lassen, kam für den CVJM nicht in Frage. Denn die Spenden, die an diesem Tag gesammelt werden, machen ein Drittel des Etats des CVJM in Costa Rica aus. Der betreibt unter anderem ein Kinderheim und kümmert sich um die Ausbildung von jungen Frauen, so CVJM-Mitglied Rainer Fuchs: „Das unterstützen wir schon seit 20 Jahren. Ohne das Geld stünden die Projekte ganz schnell vor dem Aus.“ So lautete denn die Entscheidung einer ersten Besprechung Mitte Dezember: Die Sammel-Aktion wird vom Demo-Samstag auf den Sonntag verschoben. Zu groß waren die Ungewissheiten: Die Landwirte, die Traktoren und Fahrer bereit stellten, wollten beispielsweise wissen, ob und wie die vielen Polizisten auf die mit Christbäumen beladenen Wägen reagieren. Auch blieb offen, ob Eltern überhaupt bereit sind, an diesem Tag ihre Kinder durch die Kandeler Straßen gehen zu lassen. Der Hauptpunkt aber: Keiner wusste, welche Straßen wann blockiert sind. „Keiner wusste, kommen wir überhaupt zur Kläranlage, wo wir Bäume abladen?“, so Keppel. Enttäuscht ist Keppel in diesem Zusammenhang von der Kreisverwaltung Germersheim. Sie habe bereits am 8. November 2018 per Email den Kreis über die Sammelaktion und das Zusammentreffen mit der Demo informiert. Als Reaktion bekam der CVJM für eine lange Zeit nur eine Lesebestätigung. Eine Antwort erhielt der CVJM erst kurz vor Weihnachten. „Zu spät, um uns bei unseren Entscheidungen zu helfen“, so Keppel. Zwischenzeitlich hatte der CVJM seine Entscheidung, die Sammelaktion auf Sonntag zu verschieben, wieder revidiert. Denn einmal stieß sie von verschiedenen Seiten auf Kritik, wurde als Zurückweichen vor dem Frauenbündnis interpretiert: „Das war gar nicht schön“, erinnert sich Fuchs. Zum anderen stellten parallel dazu die Landwirte zusätzliche Traktoren samt Fahrern zur Verfügung. Mit denen war es dann möglich, die Christbäume bis 13 Uhr einzusammeln – eine Stunde bevor die Demo begann. „Sonst haben wird dazu inklusive Mittagessen immer bis zum frühen Abend gebraucht“, so Keppel. Da es nun logistisch möglich war, wurde der Termin wieder auf Samstag gelegt. Der CVJM warb intensiv um Helfer, so Keppel. Am Ende kamen mit rund 60 Helfern fast doppelt so viele wie sonst. Kinder waren allerdings deutlich weniger als sonst dabei. „Wir haben um 9 Uhr angefangen und um 13 Uhr waren wir fertig. Allerdings waren die Helfer teilweise im Laufschritt unterwegs“, sagt Keppel. Trotz alledem zieht der CVJM Kandel ein positives Fazit: „Wir hatten die Unterstützung vieler Bürger und haben auch dadurch an Selbstbewusstsein gewonnen“, sagt Fuchs. Und Keppel sagt: „Wir vom CVJM sind froh, dass wir uns als Verein nicht haben spalten lassen, sondern dass wir mit Besonnenheit und gemeinsamer Motivation die Aktion gut gemeistert haben!“

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