Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kandel: Auch Montainbiker greifen zu E-Antrieb

Fahrräder mit E-Motor machen bei Georg Rödel den weitaus größten Teil des Geschäftes aus.
Fahrräder mit E-Motor machen bei Georg Rödel den weitaus größten Teil des Geschäftes aus. Foto: Iversen

Probefahrt (Teil 5): „Mittlerweile verkaufe ich am häufigsten Pedelec, die man im Volksmund auch E-Bikes nennt“, sagt Georg Rödel, Inhaber des Radhaus Rödel in Kandel. Das erste E-Bike habe er 2006 oder 2007 verkauft, mittlerweile verkaufe er Alltagsfahrern- und Freizeitradlern zu 90 Prozent E-Bikes.

Auch seine Kunden aus dem Mountainbike-Bereich greifen immer öfter zum E-Bike. Hier liege der Anteil bei etwa 50 Prozent. 2012 wären die E-Bikes populärer geworden, seit 2014 sei ihr Vormarsch kaum mehr zu bremsen gewesen, so Rödel.

Rödel erklärt sich den Aufschwung des E-Bikes damit, dass der Fahrer einen wesentlich größeren Aktionsradius habe. Das E-Bike räume die Möglichkeit ein, Strecken, die man ansonsten mit dem Auto gefahren wäre, mit dem E-Bike zu fahren. Die elektrische Unterstützung springt jedoch nur an, wenn der Fahrer auch selbst in die Pedale tritt. Wie viel Unterstützung der Motor liefert, kann der Fahrer selbst einstellen.

Das Speed-Pedelec braucht ein Nummernschild

Vor allem für Pendler sei laut Rödel ein Speed-Pedelec geeignet. Die schnellere Variante des E-Bikes kann die Tachonadel auf bis zu 45 Stundenkilometer ansteigen lassen und muss deshalb mit einem Nummernschild ausgestattet werden. Nur noch etwa 10 Prozent der Fahrräder, die er für den Alltagsbereich verkauft, seien „analog“ erzählte Rödel. Diesen Eindruck bestätigt Nils Bräutigam vom Radsportverein Rheinzabern: „Wenn man sich Mal eine Stunde an einen Radweg am Rhein setzt, zählt man wesentlich mehr E-Bikes als analog betriebene Räder“.

Das E-Bike habe die Branche gerettet, meint Rödel. er selbst habe jedoch auch vorher keine Probleme gehabt, da er schon immer sehr spezialisiert im Mountain Bike Bereich gewesen sei. Rödel fährt schon seit über 30 Jahren Mountainbike, er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Der begeisterte Radler bietet Mountain-Bikes an

Diese Leidenschaft findet sich auch im Angebot seines Geschäfts wieder: Rödel bietet viele unterschiedliche Mountainbikes an, motorisierte und auch nicht motorisierte. Ergänzt wird das Sortiment durch ein großes Angebot an E-Bikes für den Alltag. Den kleinsten Anteil im Sortiment machen Rennräder aus, doch Rödel betonte, er biete alles an. Räder der Firma Giant können im Radhaus auch gegen eine Leihgebühr ausgeliehen werden E-Bikes kann man auch leasen oder 0 Prozent finanzieren. Lukrativ sei ein Jobradleasing, bei die Leasingrate des Rads vom Bruttogehalt abgezogen werde.

Räder der Firma Giant können im Radhaus auch gegen eine Leihgebühr ausgeliehen werden. Die Leihgebühr orientiert sich am Kaufpreis. Entscheidet sich der Kunde, das ausgeliehene Rad zu kaufen, bekommt er einmal pro Jahr die Leihgebühr erstattet. Wird das Rad während der Leihe beschädigt, kommt der Kunde für die Schäden auf.

Rödel sagt, er verkaufe etwa 1000 E-Bikes pro Jahr und würde seinen Kunden auch fast immer dazu raten, ein E-Bike zu kaufen. „Früher oder später kauft der Kunde sich dann doch ein E-Bike“, begründet Rödel seinen Rat. Mit dem Umschwung zu den E-Bikes habe sich auch das Zubehör verändert. „Es geht fast niemand bei uns aus dem Laden, der ein E-Bike gekauft hat, ohne einen passenden Helm dazu zu kaufen.“ Fahrradrucksäcke hätten jetzt teilweise einen Platz für einen Akku, und Brillenträger würden gerne zu Helmen mit Visieren greifen.

Deutlich mehr Reparatur und Wartung

Geändert habe sich seit der Einführung des E-Bikes auch viel im Bereich der Reparatur und Wartung. Der Zweiradmechaniker ist heute kein Mechaniker mehr, sondern ein Mechatroniker: wie bei der Reparatur eines Autos kommt ein Diagnosesystem zum Einsatz, das per Laptop gesteuert wird. Zusammenfassend könne er sagen, dass der Fahrradbereich verstaubt gewesen sei, bevor das E-Bike den Markt erobert habe, so Rödel. Ersatzteile für das E-Bike müssen zertifiziert sein. Um Reparatur und Wartung zu bewältigen musste Rödel drei Mitarbeiter mehr einstellen. Der Online-Handel bedrohe sein Geschäft nicht, denkt Rödel. Das liege vor allem daran, dass es beim E-Bike auf eine solide Beratung ankäme, die nur ein Fachhandel leisten könne. Außerdem könne er Online-Preise auch problemlos vor Ort anbieten. Zum Angebot des Geschäfts gehören auch Mountainbike-Kurse, für bei Rödel auch das passende Rad leihen kann.

Die Serie:

Es ist kein Hype, sondern Fakt: Fahrradfahren boomt. Immer mehr Menschen wollen auf zwei Räder umsteigen: in der Freizeit oder – wahrscheinlich seltener – für den Weg zur Arbeit. Das Angebot ist groß und kaum überschaubar. Eine Probefahrt ist ratsam und die ist im Netz nicht zu kaufen. Der Weg führt deshalb viele Südpfälzer zum regionalen Fahrradhändler. Die RHEINPFALZ hat sich zusammen mit einem erfahrenen Radsportler in Geschäften im Landkreis Germersheim umgesehen.

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