Kreis Germersheim „Jetzt fliegt unser bunter Vogel davon“
«Kandel.» Der 22. Juni war bei der Realschule plus in Kandel nicht nur der letzte Schultag für die Schüler der Oberklassen, sondern auch für die Lehrerin Bruni Monnerjahn. Sie war so lange wie keiner ihrer Kollegen an dieser Schule tätig. Dabei hat sie mit drei Rektoren und einer Rektorin zusammengearbeitet: Werner Laubscher, Wolfgang Lelle, Hermann Wolters und Cornelia Geiser.
Geboren ist Bruni Hoffmann, so ihr Mädchenname, 1953 in der DDR in Aschersleben. Sechs Jahre später floh sie „mit einem Koffer, den Eltern und Geschwistern“ und kam über Berlin in die Nähe von Hannover. 1973 machte sie an der Viktoria-Luise-Schule in Hameln ihr Abitur. Im gleichen Jahr zog sie mit ihren Eltern nach München, da ihr Vater, Professor Dr. Hoffmann, für die Technische Universität ein neues Institut für Mikrobiologie aufbauen sollte. In München studierte sie von 1973 bis 1978 an der Ludwig-Maximilian-Universität und der Kunstakademie die Fächer Bildende Kunst, Werken und Technisches Zeichnen. Nach ihrer Referendarzeit an einer Schule in Kaiserslautern erhielt Monnerjahn 1979 eine Planstelle an der Realschule Kandel. Seit damals unterrichtete sie zunächst über lange Zeit die drei Fächer Kunsterziehung, Technisches Zeichnen und Werken. Nach der Umstrukturierung der Realschule zur Realschule Plus sind Werken und Technisches Zeichnen bei ihr weggefallen. Wohnhaft ist sie seit 1987 mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern in Billigheim. „Oh mein Gott, wo bist du da hingeraten? In dieser Schule ist ja alles grau.“ Das war Monnerjahns erster Gedanke, als sie ihre Arbeitsstelle kennenlernte. „Doch ich hab’ mich angestrengt, habe gestrichen und gemalt und mit der Zeit war doch viel Buntes zu sehen.“ „Bunt“ wird bei ihr bis heute großgeschrieben: Bunt ist die Kleidung, bunt ist ihre Umgebung und bunt sind auch viele ihrer Bilder. Monnerjahn ist nämlich auch eine bekannte Malerin, die schon in Berlin, Hamburg, München und weiteren Großstädten ausgestellt hat. Ihre Ateliers in Wissembourg und Bad Bergzabern dienen ihr nicht nur als „Werkstatt für ihre Kunst“, sondern kommen auch ihren Schülern zugute. Denn bevor sie mit denen ein Projekt durchführt, wird es in einem ihrer Ateliers überprüft. In vielen Projektwochen haben ihre Schüler das Erarbeitete ausgestellt. Ein „gut gemacht“ rief Werner Lauscher, der nicht nur Schulleiter, sondern auch Künstler war, einmal bei einer Projektwoche bei der Laudatio seiner Kollegin Monnerjahn und deren Schülern zu, worüber sie sich sehr freuten. Bei ihren Schülern war Monnerjahn sehr beliebt, war sie doch für die „eine Lehrerin der anderen Art“. Aber auch bei ihren Kollegen war sie angesehen und beliebt. Nicht umsonst sagte ein junger Kollege, als er von ihrem Abschied erfuhr, traurig: „Jetzt fliegt unser bunter Vogel davon.“ Bevor Monnerjahn ging, ließ sie das Wappen ihrer Schule an der Haustür von ihren Schülerinnen neu anmalen, damit es wieder schön bunt strahlt.