Kreis Germersheim Hacker-Angriff auf Schulen: LKA verfolgt Darknet-Spur
Mitte Januar vergangenen Jahres hatten sich unbekannte Cyberkriminelle illegal Zugriff auf die IT-Systeme eines externen Dienstleisters verschafft, der sich um die Netzwerke der Schulen kümmert. Der Verschlüsselungstrojaner erreichte so 45 Schulen in der Süd- und Vorderpfalz. Auch neun weiterführende Schulen im Kreis Germersheim waren betroffen.
Bislang war unklar, ob dabei Daten abgeflossen sind. Die Stadt Speyer hat vergangene Woche mitgeteilt, dass sie Kenntnis davon erhalten habe, dass Daten aus dem Hacker-Angriff im „Darknet“ zugänglich sind. Das Darknet ist ein verborgener Teil des Internets, das auch für illegale Geschäfte genutzt wird. Die Stadtverwaltung hat den Dienstleister sowie das Landeskriminalamt (LKA) informiert.
Die Kreisverwaltung Germersheim weiß über die Entwicklungen in Speyer, „dass Daten aus dem Hackerangriff im Darknet aufgetaucht zu sein scheinen und das LKA die Daten sichtet“, Bescheid. „Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nicht, ob überhaupt Schulen im Kreis betroffen sind“, so die Verwaltung auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Der externe Dienstleister sei in Kontakt mit dem LKA. Dieses werde die Behörde umgehend informieren, sollten Daten aus Schulen im Kreis Germersheim auftauchen. „Das weitere Vorgehen würde dann in Abstimmung mit dem LKA stattfinden.“
Im Nachgang zu der Cyber-Attacke vor einem guten Jahr tauchte ein Erpresserschreiben auf: Die Hackergruppe Lockbit behauptete drei Terabyte an Daten von den Schulnetzwerken gestohlen zu haben. Die schulische IT-Infrastruktur wurde in Folge des Angriffs erhöht. Im Kreis Germersheim erhielt jede Schule einen autarken Server.