Kreis Germersheim Germersheim: AfD kommt mit Antrag für Wildbienen zu spät

Zwei Seidenbienen, coletes cunicularius, besiedeln gerne lockeren Sandboden. Den gibt es unter anderem auf der Germersheimer Dün
Zwei Seidenbienen, coletes cunicularius, besiedeln gerne lockeren Sandboden. Den gibt es unter anderem auf der Germersheimer Düne auf dem Truppenübungsplatz.
Das Muster eines Wildbienenhügels steht auf der Gemarkung von Billigheim.  Foto: van
Das Muster eines Wildbienenhügels steht auf der Gemarkung von Billigheim.
Eine Wildbiene auf dem Anflug in ihre Bruthöhle bei Billigheim. Foto: van
Eine Wildbiene auf dem Anflug in ihre Bruthöhle bei Billigheim.

Zusammen mit der „Aktion Südpfalz-Biotope“ will die Kreisverwaltung den Schutz der Wildbienen fördern. Erste mögliche Standorte für Wildbienenhöhlen in Germersheim sind geplant. Die AfD-Fraktion stellt jetzt bei der Stadt den Antrag, das Thema im Stadtrat zu behandeln.

Mit der „Aktion Südpfalz-Biotope“ will die Kreisverwaltung den Schutz der Wildbienen fördern und bietet den Gemeinden eine Unterstützung für solche Projekte an. Seit August vergangenen Jahres steht die Stadt in Kontakt mit der „Stiftung zum Schutz von Landschaft und Natur in der Südpfalz“ und der Aktion Südpfalz-Biotope. Das sagt der Erste Beigeordnete Sascha Hofmann auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Es habe mehrere Begehungen gegeben und einige Mitarbeiter der Stadt wurden von der Stiftung geschult. Dabei sei auch das Thema Wildbienenhügel angesprochen worden. Infolgedessen habe es Ortstermine gegeben und es seien erste mögliche Standorte ausgemacht worden.

Hochufer ein möglicher Brutplatz

„Da wir über Hochufer verfügen, muss ja nicht unbedingt was Künstliches gebaut werden“, sagt Hofmann. Eine Möglichkeit wäre nahe des Feuerwehrhauses eine Hochuferfläche vorzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Weitere Flächen wären in Sondernheim im Bereich des Kenneldeiches (Aukolben). Aus Sicht Hofmanns, ist es nicht sinnvoll, auf Biodiversität zu setzen, manche Flächen nur zweimal zu mähen, dass Magerwiesen mit vielen Blumen für Insekten entstehen und dann das Wildbienen-Projekt außer Acht zu lassen. Dies sei von Beginn an Bestandteil der Zusammenarbeit gewesen.

Große Resonanz Biotop-Projekt

Kurt von Nida von der Aktion Südpfalz-Biotope spricht von einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Stadt: „Wir stehen in engen Kontakt zu den Mitarbeitern und telefonieren sehr häufig.“ Nicht überall seien Bienenhügel notwendig, man benötige für die Bienenarten offene Bodenflächen. Germersheim habe mit seinem Hochufer schon Möglichkeiten. Das in südliche Richtung ausgerichtete Hochufer müsse von Bewuchs befreit werden. Wenn das Ufer senkrecht ist, wachse es auch nicht so schnell wieder zu. Je schräger oder flacher, desto schneller wird es laut von Nida wieder Bewuchs geben. „75 Prozent der Bienen brüten im Boden“, verdeutlicht Kurt von Nida die Wichtigkeit der Aktion. Neben den Brutmöglichkeiten benötigen sie aber auch Futter, deshalb sollten in Nähe der Brutflächen auch Blumenwiesen liegen. Beides werde von der Stadt von Beginn an berücksichtigt. Die Aktion Südpfalz-Biotope und das Wildbienen-Projekt stoße auf sehr große Resonanz in der Region. Viele Gemeinden beteiligten sich und manche, wie Kandel, wollen auch auf eigene Kosten Dinge anstoßen.

AfD-Antrag zur Teilnahme am Projekt

Armin Lutzke (parteilos), stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Pressesprecher der AfD im Stadtrat Germersheim, schreibt im Antrag: „Die AfD setzt sich auch für den Erhalt einer intakten und vielfältigen Natur ein; denn eine gesunde Umwelt ist die Lebensgrundlage aller Menschen und zukünftiger Generationen.“ Seine Fraktion habe bei Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) beantragt, das Thema „Wildbienen“ auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu setzen. Vertreter der „Stiftung zum Schutz von Landschaft und Natur in der Südpfalz“ sollen auf eine der kommenden Sitzungen eingeladen werden, um die Ratsmitglieder über das Konzept und die Möglichkeiten der „Aktion Südpfalz-Biotope“ auf der Gemarkung Germersheim zu informieren. „Die bisher angelegten Wildwiesen, beispielsweise die Wildwiese oder den Garten beim Stadtpark Fronte Lamotte, bieten sich dazu hervorragend an und sollten als Standorte für Nisthügel geprüft werden – wir möchten aber noch weitere Flächen erschließen“, so Lutzke. Bei einer städtischen Informationsveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stiftung sollen interessierte private und gewerbliche Grundstücksbesitzer als Partner gewonnen werden. Etwas erstaunt über den Antrag war Hofmann: „Die AfD kommt mit dem Antrag etwas spät“, sagt der Beigeordnete. Stadtrat und Ausschüsse seien regelmäßig über das Projekt informiert worden. Damit auch Mitglieder der jetzigen AfD-Fraktion, die schon als Republikaner im Stadtrat saßen. Das Biodiversitäts- und Wildbienen-Projekt laufe.