Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Germersheim: 15 Lkw bringen Waren für neuen Aldi-Markt

Rund ein Drittel des Stroms, den der Aldi-Markt benötigt, wird auf dem Dach erzeugt.
Rund ein Drittel des Stroms, den der Aldi-Markt benötigt, wird auf dem Dach erzeugt. Foto: van

Nach rund sieben Monaten Bauzeit wird am Donnerstagmorgen die neue Aldi-Filiale am alten Standort in der Speyerer Straße eröffnet. Rund 15.000 Artikel warten darauf, in den Einkaufswagen zu kommen. Das Gebäude hat einige Neuerungen zu bieten.

Die neue Aldi-Filiale in Germersheim, am alten Standort in der Speyerer Straße, ist nach dem Umbau größer und heller geworden. Die Verkaufsfläche ist gewachsen: von ehemals 932 Quadratmeter auf nun 1400 Quadratmeter. Das sagt Nils Reithmann, Leiter der Filialentwicklung bei Aldi Süd am Dienstagmorgen. Der ehemalige Markt, der letztmals an Karsamstag dieses Jahres geöffnet hatte und dann abgerissen wurde, hatte eine Nutzfläche von rund 1450 Quadratmetern und nun „sind es 2200 Quadratmeter“, sagt der Prokurist.

Noch sind die Mitarbeiter dabei, die langen Regale einzuräumen. Doch der Countdown bis zur Wieder- oder Neueröffnung des Marktes am Donnerstagmorgen, 8 Uhr, läuft unerbittlich ab. Die Mitarbeiter an den Weinregalen lassen sich vom Stress aber nichts anmerken. Die Flaschen stehen in Reih und Glied, die Etiketten weisen alle nach vorne. Nicht anders sieht es in den anderen Regalreihen aus. An den Regalen hängen Pläne, wie was einzuräumen ist. Auch ihr Chef, Filialleiter David Vent, wirkt entspannt. „Ein Viertel unserer Mitarbeiter haben wir für das Einräumen hier“, sagt Vent. Seit vergangenem Dienstag werden die Regale in der neue Filiale bestückt. „Sie leisten tolle Arbeit. Die anderen haben noch frei“, lobt Vent. Die Ruhe vor dem Sturm.

Bis zu 3000 Kunden

Bis zu 3000 Kunden werden am Eröffnungstag erwartet. Vent zufolge beginnt die Arbeit für Mitarbeiter in der Regel um 5.30 Uhr mit der Annahme der frischen Waren wie Obst, Gemüse oder Fleisch. Doch am Eröffnungstag werde bereits um 5 Uhr angefangen, die Waren einzuräumen. Philipp Greull, Regionalverkaufsleiter bei Aldi, weist auf Neuerungen im Marktaufbau hin. Direkt am Eingangsbereich werde nun – entsprechend des Konzeptes aller neuen Märkte – die Frischeabteilung die Kunden empfangen. Rechter Hand gebe es ein Kühlregal für frische Geflügelprodukte. Ebenso neu in Germersheim sei ein Snack-Regal, das Produkte für die Mittagspause bereit halte. „Jetzt werden dort auch Gourmet-Produkte für die Weihnachtszeit präsentiert“, sagt Greull. Die Backwelt wurde ebenfalls vergrößert.

Erstmals gibt es für Kunden auch eine barrierefreie Toilette, die direkt hinter dem Kassenbereich liegt. Reithmann zeigt auf den klappbaren Wickeltisch und den vielen Platz. „Wir haben auch Kunden mit Rollatoren, den können diese dann mit in die Toilette nehmen“, sagt Reithmann. Eine Fußbodenheizung mit Kraftwärmekopplung sorgt für das Raumklima im Markt. Für Temperaturen unter Minus zehn Grad wird diese durch eine Gasheizung ergänzt. Auf dem Dach gibt es Greull zufolge wieder eine Photovoltaikanlage. „Die hat 96 Kilowatt-Peak (kWp) und wird pro Jahr fast 100.000 Kilowattstunden Strom produzieren“, ergänzt Reithmann. Der Strom werde im Markt verbraucht. Die Menge sei rund ein Drittel des Jahresverbrauchs. LED-Lichter, die sensorgesteuert sind und sich dem Tageslicht anpassen, erhellen den Markt zusätzlich zu den Fenstern. Wie viel Geld Aldi in den Neubau der Filiale investiert hat „geben wir nicht heraus“, sagt Reithmann. „Das ist Firmenphilosphie.“

15 Lkw bringen Ware

Rund 1500 Artikel zählt das Aldi-Sortiment. Um die Regale zu füllen waren viele Fahrten mit 40-Tonner-Lkw notwendig: „Alleine sieben Lkw mit 32 Paletten Trockenware wurden angeliefert“, sagt Marktleiter Vent. Hinzu kommen noch ein Lkw mit Kühl- und Tiefkühlware. Drei Lkw bringen die Aktionsware, ein bis zwei weitere täglich die Frischeware und was sonst benötigt wird. Im Kühlregal steht Ware im Wert von etwa 30.000 bis 35.000 Euro. Weitere 15.000 Euro kosten das Obst und Gemüse am Eröffnungstag. Hinzu kommt Aktionsware speziell für diesen Tag. Insgesamt werden rund 15 Lkw im Einsatz sein bis alles an seinem Platz steht, schätzen Vent und sein Stellvertreter Kevin Unger, der als Azubi in Germersheim einst angefangen hatte.

22 Mitarbeiter hat der Aldi-Markt aktuell. Die Zahl wird sich Vent zufolge irgendwann bei etwa 20 einpendeln. Auch gebe es zwei Azubis. „Hinzu kommen noch Hilfskräfte wie Kassenhilfen oder Ladenhilfen, die alle einen festen Vertrag bei uns haben“, sagt Greull. „Wir arbeiten nicht mit Zeitarbeitsfirmen zusammen.“ Und wenn sich am Eröffnungstag um 20 Uhr die Türen schließen, beginnt wieder das Einräumen der Regale für den nächsten Tag.

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