Minfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Geländeangebot für Kita-Neubau: Aber gibt es hier Erdöl-Altlasten?

Schön groß, aber belastet? Das mögliche Gelände für den Neubau der Kita von der B427 aus gesehen.
Schön groß, aber belastet? Das mögliche Gelände für den Neubau der Kita von der B427 aus gesehen.

Seit Jahren sucht die Ortsgemeinde einen Standort für einen geplanten Neubau der Kita „Abenteuerland“. Jetzt liegt ein Angebot vor. Das könnte aber einen Haken haben.

Es handelt sich dabei um ein rund 6000 Quadratmeter großes Grundstück am Ortsausgang in Richtung Kandel mit der Flurstücknummer 2866 im nördlichen Anschluss an das Neubaugebiet Im Sand. Seit Jahrzehnten befindet es sich im Privatbesitz einer Familie.

Gegen Ende der 1950er Jahre wurde hier eine Betriebsstätte der DEA (Deutsche Erdöl Aktiengesellschaft) eingerichtet. An mehreren Stellen innerhalb der Minfelder Gemarkung wurde jahrelang Erdöl gefördert und an dieser Stätte auch weiterverarbeitet. Bekannt ist, dass auf dieser Fläche Altlasten im Erdreich zu befürchten sind. Schon 2007 hatten die Eigentümer ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses bestätigte den Verdacht, wie es auch in der Vorlage zur jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates heißt. Beim Neubaugebiet Im Sand wurde das Grundstück auch deshalb wohl vom Bebauungsplan ausgenommen.

Es braucht ein weiteres Gutachten

Die Fläche würde sich wegen der Größe eigentlich für das Vorhaben eignen. Ob allerdings die Bodenbelastung eine Bebauung zulässt, soll nun ein Gutachten prüfen, über dessen Vergabe der Ortsgemeinderat am Montag zu entscheiden hatte. Für das Gutachten liegen zwei Angebote vor. Das günstigste stammt von einem Ingenieurbüro aus Kandel-Minderslachen und beläuft sich auf etwas mehr als 18.000 Euro. Ob dieser Auftrag wirklich vergeben wird und unter welchen Voraussetzungen, das wollte Ortsbürgermeister Martin Volz (FWG) dann doch erst im nichtöffentlichen Sitzungsteil beraten und entscheiden lassen. Dem Vorschlag folgte der Rat.

Grundstück von Kirche aus dem Rennen

Bei der Suche nach einem Grundstück war zuletzt auch die große Grünfläche um die katholische Kirche St. Laurentius in der Herrengasse im Gespräch. Hier gab es Gespräche und Verhandlungen, sogar eine öffentliche Petition, die letztlich nicht zum Erfolg geführt hatte. Wie zu hören war, habe der Denkmalschutz dem Teilabriss einer alten Sandsteinmauer im Westen nicht zugestimmt, sodass eine Zufahrt auf diesen Platz nicht möglich gewesen wäre. Die katholische Kirche wird bekanntlich an die rumänisch-orthodoxe Gemeinde übergeben, deren Pfarrer auch ins bisherige Pfarrheim einziehen möchte. Hier ist das allerletzte Wort zwar noch nicht gesprochen, die Verträge zur Übertragung auf Basis eines Erbbaupachtvertrages sollen, wie man hört, noch nicht unterzeichnet sein.

Auch hat der Gemeindeausschuss der katholischen Gemeinde seine Ansprüche wegen der gemeinsamen Nutzung von Kirche und Pfarrheim jetzt präzisiert und angemeldet. Aber solche Entscheidungen trifft der Verwaltungsrat der Katholischen Pfarrgemeinde Heilige Vierzehn Nothelfer bekanntlich in nichtöffentlicher Sitzung. Die Ortsgemeinde selbst aber ist wohl aus dem Rennen um diese Grundstücksfläche, die unmittelbar gegenüber der Grundschule liegt. Auch Kuschmi, Turnhalle und Mundohalle wären in greifbarer Nähe gewesen und hätten von der Kita Abenteuerland bei Bedarf gut genutzt werden können.

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