Kreis Germersheim Ganz ohne Schokohäschen geht es doch nicht

Zuckersüß und heimtückisch in sehr vielen Lebensmitteln „versteckt“.
Zuckersüß und heimtückisch in sehr vielen Lebensmitteln »versteckt«.

„Du bist schuld!“ schreibt mir mein Bruder und schickt eine Meldung der RHEINPFALZ mit, wonach Europas größter Zuckerproduzent mit deutlichem Gewinneinbruch rechnet. Nein, so vermessen bin ich nicht zu glauben, dass mein persönlicher Zuckerverzicht auch nur irgendeine klitzekleine Auswirkung auf die Nahrungsmittelindustrie hätte.

Da müsste ein verändertes Konsumverhalten schon zu einer großen „Massenbewegung“ werden. Aber mein Verzicht hat positive Auswirkungen auf mich, auf mein ganz persönliches und individuelles Wohlfühlgefühl und auf mein Kaufverhalten. Das merke ich momentan sehr stark bei meinen „Ostereinkäufen“. Das Fest rückt immer näher und damit das Ende der Fastenzeit, meiner selbst auferlegten zuckerfreien Zeit. Es beschäftigt mich die Frage, wie ich um die üblichen Oster-Naschereien herumkomme ohne anderen die Freude am Fest (und das Naschzeug gehört für viele dazu) zu verderben. Das Angebot an österlichen Zuckerwerk ist ebenso vielfältig wie verführerisch und wie erkläre ich das erstmals „zuckerfrei“ geplante Osterfest meinen Enkeln? Schließlich will ich ihnen nicht etwa ins Nest legen, was ich selbst inzwischen für unnötig und in der Menge auch ungesund halte. Für das Osterfrühstück und „die lieben Kleinen“ habe ich trotzdem Schokohäschen im Miniformat besorgt, ein Stück weit fühle ich mich auch der Tradition verpflichtet. Ein Osterhäschen gehört dazu, auch wenn es eines „en miniature“ sein wird. Ich erinnere mich an die Aussage der AOK-Ernährungsberaterin Ute Alter: „Die Dosis macht das Gift.“ Es wird neben dem Mini-Häschen auch einen großen Kollegen in gebackener Ausfertigung geben – natürlich zuckerfrei. Ein Rezept für einen sehr zuckerarmen Osterzopf (nur zwei Teelöffel für die Hefe) habe ich mir bei meiner Schwester besorgt. Lecker, mit getrockneten Aprikosen für die süße Geschmacksrichtung. Auch wird es in diesem Jahr erstmals keine Biskuit-Osterlämmchen geben, sondern welche aus Dattel-Nuss-Rührteig – auch zuckerfrei. Die Schoki-Creme für das Osterfrühstück – mein persönliches Fastenbrechen - steht ja schon seit Tagen bereit, getestet von meinem Mann und für „wirklich sehr lecker“ befunden. Freu’ mich drauf! Wenig erfreulich war das Resultat des Besuchs auf meiner Waage. 100 Gramm mehr als in der Vorwoche zeigt das Teil an. Ich versichere mir selbst, dass Gewichtsreduktion ja nicht das erklärte Ziel meiner Fastenaktion ist, aber dennoch bin ich enttäuscht. Ein weiterer Abwärtstrend in der Gewichtskurve wäre doch ein sehr willkommener Nebeneffekt gewesen. Das ist schon ein schönes Gefühl, wenn man den „Gürtel enger schnallen“ kann und das Hüftgold nicht so sehr über den Hosenbund quillt.

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