Meinung Freies Lernen: Kritisch reflektieren ist wichtiger denn je

Eltern wollen das Beste für ihre Kinder, aber zu viel Kontrolle kann schief gehen.
Eltern wollen das Beste für ihre Kinder, aber zu viel Kontrolle kann schief gehen.

Selbständige Menschen reifen nicht nur im Klassenzimmer. Auch Eltern sind gefordert.

Es findet ein Umdenken in der Schullandschaft statt. Dass junge Menschen lernen, Verantwortung für das eigene Lernen und Handeln zu übernehmen, sollte Ziel aller schulischen Bildung sein. Allzu oft ist der Fokus aber auf die nächste Klausur, auf die Leistungsbewertung, auf die Reproduktion von Wissen ausgerichtet.

Immer mehr Schulen rücken nun Eigeninitiative, Selbstvertrauen und demokratische Prozesse in den Mittelpunkt der Lehre. Sie haben erkannt, dass Kinder und Jugendliche angesichts gesellschaftlicher Umbrüche und rasanter Digitalisierung anders auf das Leben vorbereitet werden müssen als wie bisher. Kritisch reflektieren ist wichtiger denn je. Ob freies Lernen der Königsweg sein wird, muss erprobt werden.

Lehrer sind nicht mehr in erster Linie Wissensvermittler, sondern Lernbegleiter und Motivierer. Das erfordert Mut, Bereitschaft zur Transformation und kostet Kraft. Sie müssen alte Strukturen hinter sich lassen. Den Wandel müssen auch Eltern mitgehen. Das bedeutet nicht nur Applaus für progressive Lernformen zu spenden, sondern Überfürsorge zu hinterfragen, den Kindern mehr Selbständigkeit zuzutrauen und Rückschläge zuzulassen. Kinder werden nicht zu eigenverantwortlichen Menschen, wenn sie von den Eltern schon in der Kita via Smartphone überwacht und täglich zur Schulbushaltestelle kutschiert werden oder auf der Klassenfahrt rund um die Uhr erreichbar sein müssen.

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