Kandel Freie Naturschule übernimmt erste Bachpatenschaft

Die neuen Bachpaten bekommen noch ein paar Informationen.
Die neuen Bachpaten bekommen noch ein paar Informationen.

Wenn nach den Sommerferien immer wieder mal Kinder am Rande von Otterbach und Mühlbach, ganz in der Nähe des Kandeler Waldschwimmbades, gesichtet werden, dann sind die nicht nur zum Vergnügen hier. Die Kinder im Grundschulalter kommen vielmehr ihren Aufgaben nach, die sich aus der Übernahme der ersten Bachpatenschaft in der Verbandsgemeinde Kandel durch die Freie Naturschule ergeben haben.

Die Grundschüler erkunden die beiden Gewässer genauer, untersuchen sie, und sie schauen, ob sich in den beiden Bächen nichts befindet, was dort eigentlich nicht hineingehört. Sie unternehmen kleine Experimente und pflanzen Ufergehölze an. Dabei lernen sie den Lebensraum Fluss und Bach genauer kennen und schätzen. Als „Bachpaten“ sind sie Teil eines großen Netzwerkes und tragen mit ihrer Arbeit bei zur Verbesserung der Gewässerqualität.

Unterstützung erlangen werden sie wohl durch die Lehrkräfte der Freien Naturschule und auch durch die Mitglieder des Trägervereins NaKiBi, was für die Begriffe Natur, Kind und Bildung steht. Dessen Vorsitzende Daniela Frey setzte nämlich am vergangenen Dienstag ihre Unterschrift unter den Vertrag, der mit der Verbandsgemeinde Kandel geschlossen wurde. In diesem wird die Übernahme der Bachpatenschaft besiegelt. Auch Bürgermeister Volker Poß hat den Vertrag unterzeichnet, denn die Verbandsgemeinde Kandel ist laut Gesetz auch für die Unterhaltung der „Gewässer III. Ordnung“ zuständig.

Hoffen auf tatkräftige Unterstützung

Initiiert wurde das Ganze durch Jan Pfirrmann, bei der Verwaltung auch als Umweltmanager tätig. Er war auf das Netzwerk der Bachpaten aufmerksam geworden und fand beim NaKiBi ebenso wie bei Schulleiterin Sabine Marschall gleich auf offene Ohren. Denn die Freie Naturschule Kandel ist ja an der Badallee zuhause, und nur wenige Hundert Meter weiter fließen Otterbach und Mühlbach vorbei. Man freue sich auf diese neue Aufgabe, so war von den Vertretern der Freien Naturschule zu hören, weiß aber auch, dass nun noch etwas mehr Arbeit zu leisten sei. Dabei hofft man natürlich auf die Anregungen und die tatkräftige Unterstützung durch den Umweltmanager der Verbandsgemeinde. So plant man im Laufe des Jahres einige Projekt an Otter- und Mühlbach, beides nur teilweise als ökologisch wertvolle Gewässer.

Die Spuren des Klimawandels machten sich auch hier bemerkbar, meinte Bürgermeister Poß. Mal seien die Bäche ganz ausgetrocknet, mal führen sie relativ viel Wasser, so wie es zurzeit der Fall sei. Und manchmal könnten die Flüsse das Wasser gar nicht mehr fassen und auch das Schulgelände an der Badallee wird dann zur einer Seenlandschaft, aber erfreulicherweise seien da gerade Pfingstferien gewesen, so die Lehrkräfte der Schule. Da wurde einmal mehr deutlich, dass man Bächen einfach mehr Platz einräumen müsse und sie nicht durch künstliche Eingriffe zu sehr „vergewaltigen“ dürfe. Ihre Schüler wollen Sabine Marschall und ihr Team jedenfalls zu mehr kritischer Achtsamkeit anleiten. Denn ohne die Mitarbeit der ehrenamtlichen Bachpaten könnten viele Maßnahmen im Gewässerschutz nicht verwirklicht werden. Insofern leisten die Bachpaten auch einen wertvollen Beitrag zur Umweltbildung.

Das Bild zeigt das Team der Freien Naturschule Kandel bei der Übergabe der Patenschaftsurkunde durch Bürgermeister Volker Poß. D
Das Bild zeigt das Team der Freien Naturschule Kandel bei der Übergabe der Patenschaftsurkunde durch Bürgermeister Volker Poß. Die NaKiBi-Vorsitzende Daniela Frey unterzeichnet gerade den Vertrag zwischen Trägerverein und Verbandsgemeinde.
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