Kreis Germersheim "Frauenbündnis"-Demo in Kandel wird in Stuttgart organisiert

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»Frauenbündnis Kandel« auf der Facebook-Seite »Kandel ist überall«: Martina Böswald (Afd-MdL, Wahlkreis Landshut, ganz links), Christiane Christen (ehemalige AfD-Landesvizevorsitzende Rheinland-Pfalz, Speyer, 3. von links), Christina Baum (AfD-MdL, Wahlkreis Main-Tauber, 5. von links) und Myriam Kern (Ex-AfD-Stadträtin, Landau, 7. von links).

Die Demonstrationen des „Frauenbündnisses Kandel“ werden offenbar künftig von Stuttgart aus gesteuert: Seit Dienstag wirbt eine Website „Kandel ist überall“ für eine erneute Demonstration am 3. März ab 15 Uhr in Kandel. Verantwortlich für die Seite ist die AfD-Vizefraktionsvorsitzende im Stuttgarter Landtag, Christina Baum.

Baum war bereits bei der Demonstration am Sonntag prominent aufgetreten: Einmal als Rednerin – wobei sie sich allerdings lediglich als „Frau, Mutter und Oma“ vorstellte. Überdies zeigt ein Bild auf der Facebook-Seite von „Kandel ist überall“, wie sie hinter einem Transparent den Demonstrationszug anführt. Der Auftritt von Website, Facebook-Seite und Transparent ist aus einem Guss und müssten deshalb schon vor der Demonstration des angeblichen Kandeler Frauenbündnisses fertig gewesen sein. Das bedeutet: Im Grunde war schon die Kundgebung am Sonntag eine AfD-Demo. Zudem: Außer Baum waren noch mindestens weitere vier AfD-Landtagsmitglieder aus Baden-Württemberg in Kandel .

Jeder zehnte Angehöriger rechtsextremer Gruppe

Damit wird immer deutlicher, wie eiskalt die AfD im Kreis Germersheim düpiert wurde. Deren Vorstand hatte die Mitglieder vor einer Teilnahme an der Kundgebung gewarnt, weil auch die NPD für sie mobilisierte. In der Tat wurde dann jeder zehnte der rund 1000 Teilnehmer von der Polizei als Angehöriger einer rechtsextremen Gruppierung identifiziert. Am Montag nach der Demonstration relativierte die Kreis-AfD ihre Warnung: Sie sei weniger aus politischen Gründen, sondern mehr mit Blick auf die Sicherheit der Mitglieder ergangen. „Wir waren weder über die Pläne des Veranstalters oder der zwei Hundertschaften der Polizei, noch über die der Gegendemonstration informiert“, schreibt der AfD-Vorstand und rechnet damit die Pläne der Polizei zu den möglichen Gefahrenquellen.

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