Kreis Germersheim Frauen bevorzugen Japaner

Frauen sind treu. Zumindest, wenn es um den Japaner für den Spaß am Leben geht. Denn die Japaner machen bei ihnen meist das Rennen, wenn sie sich für ein Motorrad entscheiden: Die Kawasaki ER-6n beispielsweise, 72 PS stark und mit 805 Millimeter Sitzhöhe. Letztere ist wichtig. Denn Frauen haben kürzere Beine (weil sie meist kleiner sind als der Durchschnittsmann) und guter Stand ist wichtig beim Freizeitspaß. Eine eigene Maschine fest im Griff haben 1040 Mädels im Kreis Germersheim, die ein „Kraftrad“ auf sich angemeldet haben. Damit sind Stand Jahresbeginn 2014 rund 14,1 Prozent aller Motorräder, Roller, Trikes und Quads in weiblicher Hand. Heißt natürlich auch: 85,9 Prozent der hiesigen Maschinen sind Männersache. Aber die Mädels holen auf, denn die 1040 Maschinen sind neuer Halterinnenrekord. Beide Geschlechter zusammen haben 7375 Krafträder mit zwei, drei oder vier Rädern. Damit lag der Bestand Anfang dieses Jahres im Kreis Germersheim um 167 über dem des Vorjahres und gleichzeitig auf einem neuen Höchstwert. In Bayern gibt′s die meisten Neuzulassungen je 1000 Einwohner. Motorräder zwischen 250 und 500 Kubik haben den meisten Zuwachs. Die Maschinen zwischen 35 und 50 PS (26 bis 37 kW) haben sich letztes Jahr bundesweit mehr als verdoppelt. Die schweren Maschinen dominieren aber den Markt noch deutlich. Zwischen diesen Eckpunkten liegt die Entwicklung bei den Zweirädern laut Jahresbericht des Industrieverbands Motorrad Deutschland. Die beliebteste Maschine ist die BMW R 1200 GS. Aber die ist Männersache: Fast 7600 wurden 2013 bundesweit auf Männer zugelassen, knapp 300 auf Frauen. Die japanische Kawasaki ER-6n war mit 500 bei den Frauen doppelt so beliebt. Das mit dem Zuwachs unter 500 Kubik hat seine Erklärung auch in einer Seniorenwelle: Über zehn Millionen Bundesbürger, die ihre Autofahrerlaubnis vor dem 1. April 1980 erworben haben, können diese jetzt mittels einer praktischen Aufstiegsprüfung auf den Führerschein A2 erweitern und dürfen dann Motorräder und Roller bis 48 PS fahren. Damit lässt sich dann an der 180-Stundenkilometer-Marke schnuppern, was den Drang zu den Maschinen erhöhte. Der lokale Drang zum Kraftrad entwickelte sich bei dieser Sachlage im Kreis Germersheim positiv, hier nahm die Zahl der Krafträder ebenfalls zu: plus 2,32 Prozent hieß der Wert zum Start in die laufende Saison verglichen mit dem Vorjahr. Was sich in absoluten Zahlen lokal zu Maschinen, Männern und Mädels sagen lässt, sieht so aus: 7034, 7208, 7375, war die Entwicklung bei der Gesamtzahl der Krafträder im Kreis Germersheim in den Jahren 2012, 2013 und 2014. Für Frauen lautet die Zahlenreihe: 992, 1023, 1040 für die letzten drei Jahre. Im Kreis Germersheim gab es damit von 2013 auf 2014 bei den Krafträdern in Frauenhand einen Zuwachs von 1,66 Prozent. Dabei ist Kraftrad nicht gleich Motorrad. Es gibt Unterschiede, denn es gibt auch Trikes und Quads, die ebenfalls in dieser Rubrik gezählt werden. Die spielen aber eine eher untergeordnete Rolle. Insgesamt sieht die Entwicklung im Kreis Germersheim so aus: Die Zahl der Zweiräder stieg um 159 auf 7180. Die Zahl der Dreiräder liegt bei 56 (Vorjahr: 53). Bei den Quads waren Anfang 2014 beim Kraftfahrtbundesamt 139 registriert (Vorjahr: 134). Spaß am Fahren und Lust am Adrenalin sind bei fast allen das Motiv, die sich in den Sattel schwingen. Wenn die Sonne scheint, ist es am schönsten. Und am vollsten. Auch in der Unfallaufnahme, denn nicht immer passen Lust und Können zusammen. Aber immer öfter, denn seit zehn Jahren sinkt die Zahl der in Deutschland tödlich verunglückten Motorradfahrer trotz steigender Maschinenmenge, und zwar von 996 (2003) auf 568 (2013) um fast die Hälfte. Schließlich sind die meisten Jungs und Mädels nicht auf den Kopf gefallen. (zds)

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