Kreis Germersheim Familientreff sucht neuen Namen

Auch das Elterncafé wird gut angenommen.
Auch das Elterncafé wird gut angenommen.

Ausgerechnet kurz vor dem 25. Jubiläum war das Frauen- und Familienzentrum (FFZ) 2016 in eine Krise geraten: Der Generationenwechsel war gescheitert, Frauen der ersten Stunde mussten wieder das Ruder übernehmen. Doch das ist Geschichte: Mit der Vorsitzenden Adelheid Untch ist seit 2017 eine aktive neue Frau an Bord. 2019 will das FFZ mit einem neuem Namen vielleicht einen neuen Standort anpeilen. Die Zukunft scheint gesichert.

Eher durch Zufall war Adelheid Untch im April 2017 zum FFZ gekommen: Mit ihrer jüngsten Tochter besuchte sie das Elterncafé. Dort erfuhr sie, dass Freiwillige für das Vorstandsteam gesucht wurden. Erst zwei Jahre zuvor war sie nach Kandel gezogen und hatte während der Elternzeit eine Aufgabe gesucht: „Ich wollte etwas tun, etwas bewegen“, erinnert sie sich. „Eine Abwechslung von der Mutterrolle, in der Kombination mit den Kindern war das ideal.“ Soziale Themen liegen ihr am Herzen: „Ich habe mich schon immer engagiert“, sagt sie, egal ob in der Kita oder der Schule ihrer Tochter. Die 34-Jährige war aus Siebenbürgen nach Hessen gekommen, hatte eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten absolviert. Heute lebt sie in einer Patchworkfamilie, ihre Mädchen sind 2 und 15 Jahre alt. Doch zuvor war sie lange Jahre alleinerziehende Mutter. Entsprechend hofft sie, dass der Treff für Alleinerziehende mehr Zuspruch findet. Auch das Vater/Opa-Kind-Frühstück soll 2019 durchstarten, für beides werden mindestens fünf Anmeldungen benötigt. „Es geht darum, die männlichen Bezugspersonen mehr einzubinden“, sagt Untch. Ganz neu im Programm ist 2019 ein „Aktivwochenende“, das Frauen für zwei Tage in den Pfälzerwald führt. „Alles kann, alles darf, nichts muss“ umschreibt Untch das umfassende Sportangebot, das Ende August in der Sportschule Edenkoben geboten wird. „Ein Testlauf“, ebenso wie der „Weltbewusste Stadtrundgang“. Bewährte Angebote des FFZ laufen weiter. „Supergut angenommen“ wurden zum Beispiel das Plätzchenbacken oder das Kürbisschnitzen. Ohne die Ehrenamtlichen könnte man das alles nicht stemmen, sagt Untch. 320 Mitglieder, darunter Kinder, zählt der Verein, etwa 10 Aktive halten ihn am Laufen. „Wir sind froh, für die, die wir haben, aber es könnten noch ein paar mehr sein“, sagt Untch. 2019 will das FFZ verstärkt nach neuen Räumen suchen, „damit wir uns als Verein anders ausleben können.“ Denn derzeit muss die Nutzung des Mehrzweckraums mit den Landfrauen, den Skatbuben und dem Männerchor abgesprochen werden. Außerdem ist das Gebäude in der Robert-Koch-Straße nicht behindertengerecht. Dabei ist es langfristig das Ziel, die Senioren miteinzubeziehen. Und das FFZ will sich einen neuen Namen geben. Die Themen seien zwar geblieben, der Name sei aber nicht mehr zeitgemäß, sagt Untch. Zumal das FFZ seit 1. September ein „Haus der Familie“ gemäß der Definition des rheinland-pfälzischen Familienministeriums ist. Wie das Mehrgenerationenhaus in Wörth bekommt damit auch das FFZ Fördergelder. Pro Jahr gibt es 10.000 Euro vom Land. Das Programm läuft über 3 Jahre, danach muss sich das FFZ selbst finanzieren oder neue Fördertöpfe finden. Finanziert wird so auch eine halbe Stelle im FFZ, die Untch seit 1. September inne hat. Sie pflegt auch die Kontakte zur Kreisverwaltung: Gemeinsam mit dem Familienbüro bella will das FFZ auch nach den Vorgaben des Landkreises zum „Haus der Familie“ der Verbandsgemeinde werden. „Wir wollen keine zweite Volkshochschule sein“, betont Untch. Der Fokus liege viel mehr auf kostenfreien, niederschwelligen Angeboten - alles unter dem Überbegriff Familie. Einen Begriff, den man nicht zu eng fassen sollte: „Alte und Alleinstehende sind auch Familie“, gibt Untch zu bedenken.

Adelheid Untch.
Adelheid Untch.
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