Leserbrief Fachkraft Gefahr vor Augen führen

Nach einer Attacke von Jugendlichen gegen eine ältere Dame in Lustadt , soll sich nun eine Fachkraft des Problems annehmen. r
Nach einer Attacke von Jugendlichen gegen eine ältere Dame in Lustadt , soll sich nun eine Fachkraft des Problems annehmen. r

Leserbrief zum Artikel „Sichere Treffs für Junge Leute“, RHEINPFALZ vom 8. September.

Vor ungefähr 20 Jahren war ich Stammgast in einer großen Diskothek, in der eine Gruppe einfach strukturierter, gewaltbereiter junger Männer, sogenannter „Jugendlicher mit defizitärem Sozialverhalten“ sukzessive die Macht an sich gerissen hatte. Vandalismus und Zechprellerei waren an der Tagesordnung, das Personal wurde bedroht, Frauen wurden belästigt und ihre Begleiter wurden zusammengeschlagen. Drei Wochen nach dem Einsatz eines kompetenten Security-Teams war die Disco „befriedet“. Nachdem es sich herumgesprochen hatte, dass dort ab sofort ein anderer Wind weht, kehrten die ehemaligen Stammgäste wieder zurück und die Diskothek füllte sich von Mal zu Mal mit immer mehr „normalen Gästen“. Die Tatsache, dass die Disco nach mehreren Wochen regelrecht boomte, war darauf zurückzuführen, dass der Betreiber entschieden hatte, ein auf Gastronomie- und Veranstaltungsschutz spezialisiertes Sicherheitsunternehmen mit der Rettung seines, kurz vor dem wirtschaftlichen Ruin stehenden Gewerbebetriebes zu beauftragen. Niemand bedauerte es, dass im Rahmen der „Befriedung“ sogenannte „Jugendliche (mit defizitärem Sozialverhalten)“ verscheucht wurden. Der Wirt erfreute sich eines umsatzträchtigen Gewerbebetriebes und die „normalen“ Gäste, darunter auch viele junge Leute, wurden nicht verscheucht, sondern fühlten sich sicher.

Nun soll in Lustadt für jemanden eine Stelle geschaffen werden, der „vom Fach“ ist. Da es sich ihrem Beitrag zufolge bei dieser Person weder um eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit (IHK) noch um eine IHK-geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder eine/n Sachkundige/n im Sicherheitsgewerbe gemäß Paragraf 34 a Gewerbeordnung, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine/n Sozialarbeiter/in beziehungsweise Streetworker/in, Erzieher/in oder Sozialpädagogen/Sozialpädagogin handeln wird, stellt sich die Frage, wie diese Person auf gewalttätige Angriffe sogenannter „Jugendlicher“ reagieren soll, wenn sie erkennt, dass sie mit Ihren fachlichen, das heißt, verbalen Möglichkeiten an ihre Grenzen stößt. Über diese Frage sollte man sich vor dem Einsatz einer solchen Fachkraft Gedanken machen. Außerdem sollte man es auch keinesfalls unterlassen, der Fachkraft zu erwartende Gefahrensituationen vor Augen zu führen. Es ist nämlich davon auszugehen, dass sogenannte „Jugendliche“, die nicht davor zurückschrecken, einer älteren Dame das Nasenbein zu brechen, auch keine Hemmungen haben, eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter „vom Fach“ fachgerecht zusammenzuschlagen.

Josef Schwab, Neupotz

x