Kreis Germersheim Erstes Schlaflabor in Rheinland-Pfalz wird geschlossen
„Endlich habe ich mal eine Nacht durchgeschlafen!“ Gerade hatte Patientin, die wegen ihrer Tagesmüdigkeit nach Kandel gekommen war, die erste Nacht mit einer Maske geschlafen, erinnert sich Dr. Wolfram Schulz. Doch bald ist das Schlaflabor Geschichte: Weil der Chefarzt und medizinische Leiter des Labors in Ruhestand geht, wird es zum 30. Juni 2019 eingestellt.
2018 seien 482 Fälle im Schlaflabor behandelt worden, das waren 333 Patienten, sagt Frank Lambert, Geschäftsführer der Asklepios Südpfalzkliniken. Zu Beginn des Labors seien die Patienten aus einem großen Umkreis gekommen, aus Bruchsal und Rastatt, sowie aus der Westpfalz. Derzeit kommen die Patienten vor allem aus dem Kreis Germersheim. „Werbung wurde für die Abteilung nie gemacht. Wir waren so ausgebucht, dass wir eher zu wenig Kapazitäten hatten“, sagt Schulz. Wartelisten für die sechs Betten waren die Regel. In den vergangenen Wochen wurden schon weniger Termine vergeben: Eine Psychologin ist hausintern in die Station für Psychosomatik nach Germersheim gewechselt, eine andere Psychologin arbeitet jetzt im Unternehmen ihres Mannes mit. Damit bleiben neben einer weiteren Psychologin noch 3,6 Stellen. Diese verteilen sich auf acht Köpfe. Die Mitarbeiter des Schlaflabors werden in der Klinik weiterbeschäftigt, sie müssen keine Angst um ihren Arbeitsplatz haben, betont Geschäftsführer Lambert. Die Kliniken in Kandel und Germersheim seien Häuser der Grund- und Regelversorgung. Die gerade ausgebauten Abteilungen für Kardiologie, Geriatrie und Psychosomatik gelten für die Zukunft als „Leuchttürme“. Aber „wir können nicht auf jeder Hochzeit tanzen“, das Schlaflabor werde deshalb aufgegeben, sagt Lambert. Solche Labors würden heute immer mehr aus den Kliniken heraus in den ambulanten Sektor verlagert, das forderten auch die Krankenkassen. Die Büros des Schlaflabors werden zu Krankenzimmern umgebaut und zusammen mit den sechs Betten in eine komplette Station umgewandelt. Damit soll der höhere Bedarf im Bereich der Geriatrie und der Kardiologie abgedeckt werden. Die niedergelassenen Ärzte - und damit die Patienten – werden von Dr. Schulz über die Schließung informiert. Weitere Schlaflabore bestehen in Landau, am Pfalzklinikum in Klingenmünster, am St. Vincentius Krankenhaus in Speyer oder in Karlsruhe.