Meinung Ekelliste: Mehr Tranparenz wagen
Manchmal lohnt ein Blick über den Tellerrand: Der Umgang in Baden-Württemberg mit dem Transparenzgebot bei der Lebensmittelkontrolle ist vorbildlich. Warum sich die Kreisverwaltungen in der Südpfalz vor einer vergleichbaren Offenheit herumdrücken, ist nicht nachvollziehbar.
Die rechtlichen Grundlagen können es nicht wirklich sein. Denn die sind bundesweit gleich. Detaillierte Schilderungen können auch für die Betriebe hilfreich sein, die auf der „Ekelliste“ landen: Für den Verbraucher macht es einen Unterschied, ob jemandem mal was durchgerutscht ist oder ob in einer Küche seit Wochen oder Monaten der Schlendrian herrscht.
Sicher ist es hilfreich, dass in Baden-Württemberg die Form der Veröffentlichung von Hygieneverstößen vom Land einheitlich geregelt wurde. Da muss sich nicht jede Kreisverwaltung selbst in die Materie einarbeiten. Aber das ist keine Entschuldigung dafür, dass überhaupt nichts veröffentlicht wird. Das aber ist im Kreis Germersheim zumindest derzeit der Fall. Angeblich kurzzeitig, weil die Präsentation überarbeitet wird. Aber mal ganz unter uns: Eine entsprechende Suche läuft bereits seit einem bis eineinhalb Jahren ins Leere. Der Hinweis darauf wurde von der Kreisverwaltung indes wortreich ignoriert.
Wie dem auch sei: Das ist kein Zustand. Es liegt an Landrat Martin Brandl (CDU), ihn zu ändern. Der Versuchung, lediglich seinem Klagelied über die allschuldige Mainzer Landesregierung eine neue Strophe hinzuzufügen, dürfte er nach den Landtagswahlen ja wohl nicht mehr erliegen.
