Kreis Germersheim Ein Laden ploppt auf
«Kandel.» Es herrscht wieder Leben in der Hauptstraße 99. Nach einem Jahr Leerstand ist ein neuer Mieter in das Ladengeschäft des Fachwerkhauses eingezogen. Dass der Neue Ende Juni wieder weg sein wird, ist allerdings keine Schikane des Vermieters, sondern gewollt. Denn nach dem Prinzip eines Pop-Up-Stores ist er nur ein Zwischenmieter. Für Stefan Mathäß ist die Zwischennutzung des ehemaligen Blumenladens „eine tolle Idee, an etwas ähnliches hatte ich schon länger gedacht“. Der Schreiner ist Geschäftsführer bei „Der Innenausbauer“. Die Firma ist oben am Klinikum in der Alten Wäscherei „etwas ab vom Schuss“ angesiedelt, wie er formuliert. Die Firma bietet ihren Kunden ein schlüsselfertiges Renovieren an. Man nehme als alleiniger Ansprechpartner den Kunden die Sorge ab, nicht mehrere Gewerke koordinieren zu können. Mathäß verspricht sich „für uns gute Entwicklungsmöglichkeiten durch diese Präsentation“. Die Nutzungskosten betragen knapp 90 Euro in der Woche und beinhalten alle Energiekosten. Auch der weitere Aufwand ist überschaubar, da „die Inneneinrichtung so aussieht, wie sie soll“, freut sich Inhaberin Iris Volkert. Ein Plakat, eine weitere Musterkollektion und etwas Büroausstattung hätten genügt. Noch sei die Resonanz überschaubar. Volkert: „Es ist etwas Neues für Kandel, aber ich denke, dass die Aufmerksamkeit noch steigen wird.“ Dazu beitragen soll auch, dass man noch „jemanden mit ins Boot holen“ werde, mit dem man sich den Laden dann teilt. Zudem möchte man an den Samstagen kleine Events anbieten. Streng genommen ist „Der Innenausbauer“ eigentlich kein richtiger Pop-Up-Store. Zwar erfüllt er das Merkmal der temporären Nutzung eines leerstehenden Ladengeschäfts. Doch wird der Begriff in der Regel für Einzelhändler wie Boutiquen oder einen Lagerverkauf verwendet. Der grundsätzliche Gedanke dahinter: Es soll nicht nur kurzfristig Aufmerksamkeit geschaffen, sondern auch die Umgebung des Stores aufgewertet werden. Denn kaum etwas ist abschreckender als sichtbarer Leerstand in einer Ladenzeile. Die Initiative für die kurzfristige Nutzung des seit über einem Jahr leerstehenden Geschäftes in der Hauptstraße 99 hatte Citymanagerin Jennifer Tschirner ergriffen. Sie erkannte, dass der zunehmende Leerstand auf der Hauptstraße nicht attraktiv ist. Innerhalb einer Woche und „nach 20 Telefonaten“ war es vermietet. „Ob für den Inhaber, die Stadt oder die Kunden – alle können nur gewinnen“, sagt sie begeistert. Ende März zum verkaufsoffenen Sonntag stand sie sogar mit einem Pappschild auf der Straße, um für den neuen Laden Werbung zu machen. „Marketing an der Basis“, kommentierte sie ihr Engagement. Nebenan wartet ein weiterer Laden auf einen Zwischenmieter, nachdem „Dies und Das“ Ende März ausgezogen ist. Der neue Mieter muss nicht die gesamten 600 Quadratmeter nutzen, sagt sie. Es gingen auch Teilbereiche oder das Erdgeschoss. Auch könne man nur zwei oder vier Wochen mieten: „Da die beiden Pop-Up Stores direkt nebeneinander liegen, würden sie sich gut ergänzen.“ Info Der Innenausbauer befindet sich in der Hauptstraße 99. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Info: www.derinenausbauer-kandel.de.