Kreis Germersheim Der neue Narr an der Spitze

Der neue oberste Narr in Kandel: Markus Jäger-Hott.
Der neue oberste Narr in Kandel: Markus Jäger-Hott.

Es sind große Fußstapfen: Mit dem „Gründervater“ Oskar Böhm, seinem Nachfolger Franz Schneider und Karlheinz Schöttinger hatte die 1963 gegründete und kurz Bikage genannte Bienwald-Karnevalgesellschaft „Die Krautköpfe“ bis zum Beginn ihres „Fünf mal elften Jubiläums“ im Jahr 2018 lediglich drei Präsidenten. Dann wurde zu Beginn der Jubiläumskampagne mit Markus Jäger-Hott einstimmig der vierte Präsident gewählt.

„Für mich ist es eine schöne, aber auch ehrenvolle Aufgabe an der Spitze von Kandels drittgrößtem Verein zu stehen und für dessen 800 Mitglieder, darunter 200 Aktive, tätig sein zu können“, sagte Kandels neuer erster Narr im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Auf die Frage wie er die Bikage zu leiten gedenke, antwortete Jäger-Hott, dass wohl ein Generationenwechsel stattgefunden habe. Er sei aber froh darüber, dass er mit seinen beiden Vorgängern ein sehr gutes Verhältnis habe, sich gerne mit ihnen austausche und für jeden guten Rat von ihnen dankbar sei. Zunächst will der neue Präsident sämtliche Gruppen des Vereins kennenlernen, denn für ihn sind die vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund genau so wichtig wie die auf der Bühne stehenden und vom Publikum mit Beifall bedachten Spitzenkräfte. Gespräche mit allen Vertretern der Gruppen zu führen, ihnen zuzuhören und ihr Vertrauen zu erlangen, sei daher eine der ersten Aufgaben. Eine eigene Agenda geschaffen hat sich Jäger-Hott noch nicht, doch mit „bikanischer Energie“, so seine Worte, werde es ihm gelingen, sein Amt gut auszuüben. Er wies aber auch darauf hin, dass „jeder seine eigene Handschrift hat“. Dem Karneval verbunden ist Markus Jäger-Hott schon lange. Schließlich wurde ihm bereits der „Goldene Löwen-Orden“ der Badisch-Pfälzischen Karnevalsvereine verliehen. Das geschah jedoch nicht in seiner Kandeler Zeit. Er hat sich diesen Faschingsorden vielmehr für seine 22-jährige Tätigkeit bei seinem Heimatverein, den Impflinger „Hanebebber“, verdient. Nach Kandel gekommen ist er der Liebe wegen, ist doch seine Ehefrau Nina die Tochter des Kandeler Künstlers Armin Hott. Nina, die auch lange Zeit bei der Bikage getanzt hat, und Markus waren das Prinzenpaar der Kampagne 2008 /2009, und seit damals ist Markus Mitglied des Elferrats. Nina Hott hat jedoch bei der Bikage nicht nur getanzt. Sie war vielmehr als Medienfachwirtin schon in der Jubiläumskampagne 2007/2008 für das Layout des „Spektakels der Narren“ zuständig, ist heute die Grafikerin des Vereins und erledigt zusammen mit ihrem Mann auch noch die Pressearbeit. Auch die beiden Töchter sind aktiv bei der Bikage dabei – die Kinderprinzessin des Vorjahres, Amélie, tanzt in der Minigarde und ihre Schwester Luna bei den „Krautwickeln“. Die Jäger-Hott sind also eine im besten Sinne närrische Familie.

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