Kreis Germersheim Debatte zwischen echten und gefühlten Siegern

Der Stadtrat hat sich am Montag in seiner ersten Sitzung nach der Wahl konstituiert. Bürgermeister Harald Seiter (CDU) verpflichtete die neuen Ratsmitglieder und verabschiedete die ausgeschiedenen. Der Rat wählte Klaus Ritter (CDU) zum 1. Beigeordneten und zur 2. Beigeordneten erneut Ursula Radwan (Grüne). Beide hatten Gegenkandidaten. Die Besuchersitzreihen waren voll besetzt: Bürger, Freunde und Angehörige verfolgten die Einführung der Ratsmitglieder in ihr Ehrenamt.

Eingangs gratulierte Bürgermeister Harald Seiter den neu gewählten Mitgliedern des Gremiums. Das Stadtoberhaupt wünschte sich eine vernünftige Zusammenarbeit im Rat, „wie wir sie auch in der Vergangenheit gehabt haben“. Im Anschluss schritt der Rat zur Wahl des 1. Beigeordneten. Auf Vorschlag der CDU-Fraktion bewarb sich deren Vorsitzender Klaus Ritter um den Stellvertreterposten des Bürgermeisters. Die SPD stellte ihrerseits ihren Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Faust als Gegenkandidaten auf. Joachim Paul (SPD) begründete diesen Schritt mit dem Wahlerfolg seiner Partei, die in der Gunst der Wähler mit der CDU gleichgezogen habe. Der Gleichstand sei ein Signal der Wähler, die eine stärkere Teilhabe der SPD wünschten. Dies werde jedoch durch die Fortsetzung der Koalition zwischen CDU mit den Grünen verhindert, deren Vereinbarung jedoch viele SPD-Themen aufgegriffen habe. CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Weber erwiderte, dass Wahlsieger nun einmal derjenige mit den meisten Stimmen sei und nicht derjenige, „der sich als Sieger fühlt“. Die CDU hatte bei der vergangenen Wahl 43,6 Prozent der Stimmen erhalten, die SPD 42,9. Erwartungsgemäß setzte sich Ritter mit 17 zu 14 Stimmen gegen Faust durch. Er tritt damit an die Stelle von Heinz Heimbach, der nach 22 Amtsjahren als Ortsvorsteher von Maximiliansau und 17 Jahren als 1. Beigeordneter der Stadt Wörth aufhört. Er soll in der ersten Sitzung des Gemeinderates nach der Sommerpause verabschiedet werden. Eine Kampfabstimmung gab es auch bei der Wahl des 2. Beigeordneten, erneut verlor die SPD. Wiedergewählt wurde Ursula Radwan. Die Grünen-Politikerin erhielt 18 Stimmen, der SPD-Kandidat Metin Istanbullu deren 13. Beide Beigeordneten sollen laut Seiter „zu gegebener Zeit“ eigene Geschäftsbereiche erhalten. Schließlich wählte der Rat noch einstimmig die Besetzung der Ausschüsse. (fex)

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