Kreis Germersheim Dankbarkeit der Patienten entschädigt

Ines Herberger auf dem Hospitalschiff vor Afrika.
Ines Herberger auf dem Hospitalschiff vor Afrika.

«RÜLZHEIM.» „Die Dankbarkeit der Patienten, deren Offenheit und deren Freude, wenn ihnen geholfen wurde, entschädigt für alles“, sagt Ines Herberger, die seit Jahren immer wieder Teile ihres Urlaubs opfert, um kranken Menschen in Afrika zu helfen. Ines Herberger, eine Rülzheimerin, wollte schon immer im medizinischen und sozialen Bereich tätig sein. Nach der Mittleren Reife an einer Berufsfachschule und einer Krankenschwester-Lehre am damaligen Kreiskrankenhaus Kandel arbeitete sie als OP-Schwester im Diakonissenkrankenhaus in Speyer. Danach ließ sie sich am Städtischen Klinikum Karlsruhe zur Fach-Krankenschwester ausbilden, war kurzzeitig in Nigeria. Seit 12 Jahren arbeitet sie in einem Privathospital in Bern (Schweiz) als OP-Schwester. Vier Wochen auf Hospitalschiff Ihr Arbeitgeber in Bern hält Kontakt zu der amerikanischen Hilfsorganisation Mercy Ships. Daraus ergab sich der Einsatz vom 6. Januar bis 2. Februar auf der „Africa Mercy“, dem weltweit größten Hospitalschiff, vor der Küste Guineas. Wie alle ihre Kolleginnen und Kollegen aus 46 Nationen musste sie dafür unbezahlten Urlaub nehmen. Normalerweise müssen die Helfer dafür auch die Reise- und Aufenthaltskosten vor Ort aus eigener Tasche bezahlen, diesmal wurden die Reisekosten aber von ihrem Arbeitgeber übernommen. Untergebracht war sie auf dem Schiff. Bevor dieses an seinem Einsatzort eintrifft, wo es zehn Monate liegen bleibt, wird die Bevölkerung über den Einsatz informiert, worauf sich die Patienten melden können. Sie werden dann vorab von einem Ärzteteam an Land untersucht, das über die Dringlichkeit der Operationen entscheidet. Sehr oft müssen große, lebensbedrohliche Tumore im Gesicht operiert werden, die meist durch mangelhafte Ernährung entstehen. Wie Ines Herberger sagt, können diese Veränderungen aber auch ein Resultat fehlender Antibiotika sein, oder weil oft kein Geld für einen Arztbesuch da ist, um frühzeitig reagieren zu können. Die Behandlung ist für die einheimischen Patienten jedenfalls kostenlos. Helfer und Patienten eine Familie Trotz einer 45-Stunden-Woche bezeichnet Ines Herberger ihre Arbeit auf der „Africa Mercy“ als „ein bereicherndes Erlebnis“, aus dem sie „eine positive Einstellung“ entwickeln könne. Die Patienten seien „unendlich dankbar“ für die Hilfe und ungemein glücklich darüber. Das Leben an Bord ist sehr religiös und christlich geprägt, es werde regelmäßig mit den Patienten gebetet. Helfer und Patienten fühlten sich „wie eine große Familie“. Trotz der anstrengenden Arbeit war auch immer wieder Zeit, von Bord zu gehen und in der Hauptstadt Conakry Land und Leute kennenzulernen. Im September wird die „Africa Mercy“ einen Liegeplatz vor Senegal ansteuern und dort ebenfalls zehn Monate bleiben. Dafür hat sich Ines Herberger wieder gemeldet, bisher aber noch keine Zusage bekommen.

Hier bereitet die OP-Schwester eine Operation vor.
Hier bereitet die OP-Schwester eine Operation vor.
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