Kreis Germersheim Briefmarkensammler Kandel: Die Jungen sind 30 bis 40 Jahre alt
. Vereine kämpfen um Nachwuchs. Da geht es den Kandeler Briefmarkensammlern nicht anders als Gesangsvereinen. Dennoch: Am Sonntag werden zum großen Tauschtag in der Bienwaldhalle wieder an die 600 Besucher erwartet.
Die Konkurrenz ist hart: Wenn es um die Freizeitgestaltung geht, stehen die Briefmarkensammler im Wettbewerb mit vielen anderen Vereinen, berichten Vereinsvorsitzender Hans Hagenbucher und Udo Loreth. Jugendliche engagierten sich derzeit eher in Sportvereinen.
Dabei wurde die Nachwuchsarbeit der Kandeler Sammler schon ausgezeichnet: Vor zwei Jahren hat der Verein bei der Mitgliederwerbung des Landesverbandes Südwest den ersten Preis für die meisten Neumitglieder erreicht. Allerdings lag deren Alterschnitt auch schon zwischen 30 und 40 Jahren. Die Auszeichnung sollte daher nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein überaltert und es am Nachwuchs fehlt, sagt Hagenbucher klar. „Ich habe unseren Altersdurchschnitt ausgerechnet, dieser liegt bei 69 Jahren“, sagt Loreth.
Drittgrößter Verein der Pfalz
Der Verein, der 2021 sein fünfzigjähriges Jubiläum begehen wird, hat an die 100 Mitglieder, die aus der gesamten Südpfalz, dem Raum Karlsruhe und sogar aus dem Elsass kommen. Darüber hinaus bestehen Kontakte zu Vereinen in den französischen Orten Hageneau und Hoerdt.
Mit dieser Mitgliederanzahl sind die Kandeler Briefmarkenfreunde der drittgrößte Philatelistenverein in der Pfalz, nach Speyer und Ludwigshafen, so Hagenbucher. Oftmals kommen Angehörige mit einer Sammlung aus dem Nachlass eines kürzlich Verstorbenen zu den Briefmarkenfreunden, um den Wert schätzen zu lassen.
Mehr Anfragen als Tische
Bereits seit über 40 Jahren veranstaltet der Verein den Großtauschtag, bei dem auf 60 Tischen Sammlerstücke präsentiert werden. „Es gab dieses Jahr mehr Anfragen als wir Tische vergeben können, daher mussten wir dem Einen oder Anderen absagen“, sagt Hagenbucher.
Ein Muss für jeden, der den Durchblick bei den Briefmarken behalten möchte, ist der Michel-Katalog. „Das ist die Bibel unter den Briefmarkensammlern“, so Hagenbucher. Mit dem Nachschlagewerk kann man den Wert der Marken sowie deren Eigenschaften bestimmen. Besonders gefragt unter den Freunden der Philatelie werden wieder die Marken der altdeutschen Staaten sein. Diese stammen aus der Zeit, als die deutschen Staaten noch ihre eigene Posthoheit hatten und eigene Briefmarken herausgaben.
Info
Großtauschtag, 24. November, 9 bis 15 Uhr Bienwaldhalle