Kreis Germersheim Breitere Gehwege für Massen

Für die Automesse wird stets der Marktplatz genutzt.
Für die Automesse wird stets der Marktplatz genutzt.

Die Feuerprobe war Sturm „Eberhard“: Dachziegel waren heruntergefallen, die Bahnhofsstraße musste gesperrt werden. „Absolutes Chaos“, sagt Mike Schönlaub vom Ordnungsamt Kandel. Die Situation habe ihm gezeigt, dass das Rettungskonzept, das wegen der Baustelle in der Rheinstraße erstellt wurde, „sinnvoll, richtig und wichtig“ war. Das Konzept soll sicherstellen, dass im Notfall alle Kandeler Stadtteile von der Feuerwehr, den Rettungskräften und der Polizei erreicht werden können. „Wenn die Bahnhofsstraße gesperrt ist, gibt es lange Rückstaus. Der Rettungsdienst kommt dann nicht nach Süden durch“, erläutert Schönlaub, der auch Kreisfeuerwehrinspekteur ist. Die Baustelle in der Rheinstraße rückt weiter gen Osten. Der Marktplatz ist derzeit nur noch Bereitstellungsfläche für die Feuerwehr. „Automatisch werden inzwischen auch die Wehren aus Steinweiler und Minfeld mitalarmiert, sie versammeln sich dann dort“, erläutert Schönlaub. Auch das hat sich schon mehrfach bewährt: 39 Mal musste die Feuerwehr seit Beginn der Baustelle ausrücken, bisher liefen die Einsätze reibungslos. Auch die Umleitungen werden inzwischen besser angenommen: Eine beliebte Abkürzung der ersten Wochen lief über die Juststraße. Doch seit 24. Januar versperrt eine Barke den Weg. Die Anzahl der Fahrzeuge hat sich seitdem halbiert. Mit „Kandel mobil“ am Wochenende beginnt die Markt- und Festsaison in der Stadt. Angesichts der Großbaustelle eine Herausforderung: „Für jedes Fest planen wir nach und nach, je nach dem Stand der Baustelle“, sagt Schönlaub. Bei „Kandel mobil“ wird diesmal etwas neues ausprobiert und die Hauptstraße am verkaufsoffenen Sonntag (13 bis 18 Uhr) nicht gesperrt. Dafür sollen die Gehwege durch die Sperrung der Parkbuchten breiter gemacht werden: „Die Massen sollen sich sicher bewegen können.“ Auch auf dem Marktplatz gelten andere Spielregeln: Die Autohäuser haben strenge Vorgaben, an welchen Stellen die Fahrzeuge präsentiert werden dürfen. Auch das Plätzel wird diesmal genutzt, notfalls wird zudem auf die Parkbuchten ausgewichen. Nach den Erfahrungen der letzten Wochen bleibt Schönlaub dabei: In den Wohngebieten werden weiter keine Demonstrationen stattfinden dürfen. Dabei gehe es vor allem um den Schutz der Demonstranten, die nicht genug Möglichkeiten zum „entfluchten“ haben, betont er.

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