Kreis Germersheim Bauernprotest: IgnoranzUrsache der Nitrat-Probleme
„Das neue ’Agrarpaket’ der Ministerinnen Klöckner und Schulze beruft sich ja auf bestehende Gesetze. Insofern ist der Inhalt nichts Neues.“ Das schreibt Dr. Peter Keller von natura palatina – Naturschutzmanagement und Vertragsnaturschutz, in einer Stellungnahme zum Leserbrief von Elmar Eichenlaub, „Bauern sind nicht gegen Umweltschutz “.
Aufgrund der Tatsache, dass zu viel Nitrat im Grundwasser vorkommt, werde die Düngung beschränkt. Durch die Ignoranz etlicher Bauern sei der Missstand ja erst entstanden, vor allem in den nord- und ostdeutschen Gebieten, aber auch in Teilen von Rheinland-Pfalz. „Wäre immer bedarfsgerecht gedüngt worden, hätten wir nicht die Misere“, so Keller. Durch eine Düngungsbeschränkung werde kein Pflanzenwachstum komplett verhindert, der Dünger aber besser ausgenützt.
Zur betrieblichen Seite: Durch Nachteile hinsichtlich des Weltmarkts und aus Ausgleich für sonstige Härten oder Risiken erhielten die Bauern hohe Subventionen (größere Betriebe bis zu 5- ja 6-stellige Summen), ohne dass dadurch ein Nutzen für die Allgemeinheit verbunden wäre. Die Blühflächen, die die Bauern anlegen, erhöhten diese Subventionen noch (so genanntes Greening). „Nur wenn ein Landwirt freiwillig eine zusätzlich Leistung über die gesetzliche Norm erbringt, hat er die Möglichkeit weitere Fördergelder zu erhalten. Das ist sogenannter Vertragsnaturschutz.“ Zum Glück gebe es einige Landwirte in der Südpfalz, die diese Möglichkeit wahrnehmen, mehr als 40 Betriebe im Jahr 2018.
Zum geforderten Umweltpfennig: „Für das Beregnungswasser zahlt der Landwirt keinem Wasserpfennig, alle anderen Verbraucher schon!“