Kreis Germersheim Über 160 Bauplätze warten

Das Baugebiet K2 (Bildmitte, zwischen Kreisel und Grünstreifen) soll bald erschlossen werden.
Das Baugebiet K2 (Bildmitte, zwischen Kreisel und Grünstreifen) soll bald erschlossen werden.

17. Mai 2019. Das ist das Datum, auf das Grundstückseigentümer und Interessenten seit Jahren gewartet haben. Denn dann ist der erste Spatenstich im Neubaugebiet K2. Ab 2021 sollen schließlich die Häuslebauer loslegen können. „Der Bebauungsplan hat sich ein paar Mal geändert“, umschrieb ein Mitarbeiter der Gesellschaft für kommunale Baulanderschließung (GkB) in der Stadtratssitzung knapp die komplizierte Entstehungsgeschichte des Baugebiets K2. Ein Knackpunkt: Die Straßenplanung. Ursprünglich sollte eine Ortsumgehung die Neubaugebiete K2 und K7 verbinden. Doch nach einer neuen Verkehrsberechnung und einem Gutachten wollte das Land Rheinland-Pfalz Straße und Brücke nicht mehr bezuschussen, da dort nicht genug Fahrzeuge unterwegs wären. Die verschuldete Stadt Kandel konnte die Kosten jedoch nicht alleine schultern. In einer außerordentlichen Ratssitzung im April 2017 hat der Rat entschieden, auf die Ortsrandstraße zu verzichten. Und wieder musste umgeplant werden. Doch mit dem neuen Plan wollten zunächst nicht alle der 44 Grundstückseigentümer den Erschließungsvertrag unterzeichnen. Wieder eine Verzögerung, wieder eine Informationsveranstaltung. Die Änderung des Flächennutzungsplanes liege nun bei der Kreisverwaltung, sagte Bürgermeister Günter Tielebörger (SPD). Eine letzte Veränderung soll es beim Regenrückhaltebecken im Norden geben, das die Bahn besser gesichert wissen will. Anfang April soll der Bebauungsplan rechtskräftig werden, die Umlegung ebenfalls. Der erste Spatenstich ist für 17. Mai, 11 Uhr, geplant. Danach geht es an die Kampfmittelsondierung, im Juni 2019 sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Ein Effekt der langen Planungsdauer: Am 21. Dezember 2016 lagen die Erschließungskosten im alten Bebauungsplan noch bei 147 Euro pro Quadratmeter. Inzwischen habe sich die Nettobaufläche deutlich erhöht, die Erschließungskosten seien auf 136 Euro pro Quadratmeter gesunken, so der Mitarbeiter von GkB. Ungemach droht indes von anderer Seite: Die Bürgerinitiative „Initiative K2, in der sich Eigentümer zusammengeschlossen, sieht den Zeitplan kritisch. Man habe schon überlegt, einen Anwalt einzuschalten und eine Untätigkeitsklage vor dem Verwaltungsgericht einzureichen, berichtete Ludwig Pfanger, Ratsmitglied für die Freien Wähler und Eigentümer. Schließlich müssten einige von ihnen seit dem 1. Dezember 2018 schon Bereitstellungszinsen zahlen „Wir brauchen einen echten Baubeginn, jeder Monat mehr kostet Geld“, sagt Pfanger. „Die Verzögerung ist so extrem, wir machen schon 15 Jahre rum.“ Bürgermeister Tielebörger wundert sich: „Aber der Zeitplan wurde doch eingehalten“, die Erschließung werde eineinhalb Jahre dauern. Die größte Verzögerung seien erst Planung und dann Streichung der Ortsumgehung gewesen, „das war schmerzhaft“.

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