Kreis Bad Duerkheim Nebel wabert im Weinglas

Zum Glück für die Organisatoren des Waldspektakulums war das Wetter dann doch nicht so schlecht wie vorausgesagt. Man musste sich zwar warm anziehen und am Samstagabend gab es auch noch einen kleinen Schauer, aber das Programm konnte wie geplant ablaufen. So auch die „Eventweinprobe“, bei der sich – ganz nach dem Motto der Veranstaltung – Spektakuläres im Glas abspielte.

Nachmittags bevölkerten vor allem Familien mit Kindern den Spielplatz und die Stände rings um den Festplatz. Auf einer großen Tafel wurde angezeigt, wo es Rot-, Weißwein, Secco, Likör und Cocktails gibt. Denn die fünf Weisenheimer Winzer und Brenner präsentierten ihre neuen Weine und Sekte an gemeinsamen Ständen. Ein Partyservice übernahm die Bewirtung auf dem überdachten und geschmückten Festplatz. Bei Linseneintopf, geschmorten Rinderbacken oder mit Feigen und Pecorinokäse gefüllten Ravioli konnte man hier den Klängen von Bob Mency und Hagen Enderlein lauschen.

Einige hatten sich wahrscheinlich von dem Schauer um 18.30 Uhr abschrecken lassen. Aber denjenigen, die trotzdem in das Weisenheimer Wäldchen aufgebrochen waren, bot sich eine entspannte Atmosphäre. Immerhin 40 Teilnehmer starteten mit Wanderführer Horst Christ zur Fackelwanderung auf den zwei Kilometer langen Rundweg. „Im letzten Jahr hatten wir 140 Teilnehmer, das war schon fast zu viel“, erzählte Christ. Vor der Wanderung gab es zwei Weißweine und zwischendrin am Aussichtspunkt Dieberg, mit Blick über den Haardtrand, zwei Rotweine sowie zur Stärkung Pfälzer Rohesser zu probieren. Zum Abschluss wurde ein Apfelbrand angeboten. Groß und Klein ließen sich von den brennenden Fackeln verzaubern. Auch die vielen Schwedenfeuer auf dem Festplatz verbreiteten zusammen mit den in den Bäumen installierten farbigen Scheinwerfern eine schöne Stimmung. Eine Steigerung gab es noch auf der von Sommelier Michael Bähr moderierten Eventweinprobe. Ein paar Meter vom Festplatz entfernt, mitten im Wald bei gedämpftem Licht, wurden die Teilnehmer von einer Weinprobe überrascht, die sie so noch nicht erlebt hatten. Sie bekamen unter anderem einen 2013er „Soufleuse Rang on the rocks“ serviert, der eisblau leuchtete, im Glas blubberte und Nebel abgab. Die molekulare Küche ist nun auch bei der Weinverkostung angekommen. Zusammen mit Uwe Volz hatte Bähr die Kombinationen ausprobiert. „Im Glas befindet sich Trockeneis, das den Nebel verursacht und die Aromen bindet. Die losen Wassermoleküle frieren am Glas fest, ein Effekt wir beim Eiswein“, erklärte der Sommelier. Sobald es im Glas nicht mehr blubberte, konnte der gehaltvolle Rest verkostet werden. Die Eiswürfel mit einer blauen LED-Leuchte im Inneren brachten einen zusätzlichen Effekt. Auch der Rieslingsekt mit Aperolkugel und die Rieslaner Spätlese mit Pepperquitschaum waren gelungene Überraschungen.

Ein Gast aus Großkarlbach, der zum ersten Mal beim Waldspektakulum war, sagte: „Da fahre ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit durch Weisenheim, aber dass hier im Wald so viel los ist, hätte ich nicht gedacht“. Auf dem Festplatz begeisterte anschließend Kathrin Biron aus Ludwigshafen mit einer KiaOra-Feuershow mit Feuerspucken und Feuerpoi-Jonglage. Beim Wald-Frühschoppen spielte am Sonntag die Gruppe Korrekt ein Unplugged-Konzert. Am Nachmittag gab es Gitarrenmusik und Gesang von Olli Roth & Peter Stahl. (igf)

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