Bad Dürkheim Mittel fürs digitale Klassenzimmer

Wie sieht die Schule der Zukunft aus? Beim Digitalpakt sollen alle Schulen mit Geräten versorgt werden.
Wie sieht die Schule der Zukunft aus? Beim Digitalpakt sollen alle Schulen mit Geräten versorgt werden.

Für Investitionen in die IT-Ausstattung der Schulen stellt der Bund den Ländern beim Digitalpakt fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Für den Landkreis Bad Dürkheim beträgt die Fördersumme derzeit etwa 3,5 Millionen Euro. Der Bedarf ist inzwischen aber fast doppelt so hoch.

Die für den Landkreis festgelegte Fördersumme beträgt derzeit etwa 3,5 Millionen Euro – bei einem Eigenanteil des Kreises von zehn Prozent. Weil Baukosten gestiegen sind und an den Schulen teilweise die Infrastruktur fehlt, sind die Kosten aber mittlerweile auf über sechs Millionen Euro angestiegen. Deshalb habe die Kreisverwaltung einen entsprechenden Änderungsantrag bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz erstellt, so Rolf Kley, der beim Kreis für die Schulen zuständig ist. Sollten die zusätzlich erforderlichen Gelder nicht oder nur teilweise genehmigt werden, werde der Kreis die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.

Die Arbeitsgruppe „Digitalpakt“ des Kreises will nach eigenen Angaben eine bedarfsgerechte und standardisierte Ausstattung der Klassenräume sicherstellen. Auf der Sitzung des Schulträgerausschusses am Dienstag stellte Kley die Eckpunkte des Konzeptes vor. Das „Digitale Klassenzimmer“ verfügt über einen Multimediaarbeitsplatz und ein digitales Anzeigegerät – früher hätte man dazu „Tafel“ gesagt. Dieses Gerät ist mit Lautsprechern ausgestattet und ermöglicht drahtlose Bildübertragungen, sodass die Schüler ihre Ergebnisse vom iPad aus präsentieren können. Zur Standardausstattung der Klassenräume gehören die erforderlichen Netzwerkanschlüsse, die Möglichkeit, Daten über Funk (WLAN) zu empfangen und die nötigen Multimediaanschlüsse.

664 Tablets hat der Kreis bereits angeschafft

Auf Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft wurde das Softwareprodukt IServ angeschafft, da es die Themenbereiche Netzwerklösung, Unterricht/Homeschooling, Kommunikation und Organisation verbindet. Die für den Programmeinsatz nötige Hardwarestruktur wie Server, Schulungen und Installation sind über den Digitalpakt zu 90 Prozent förderfähig. Das Programm ist am Leininger Gymnasium in Grünstadt und an der Berufsbildenden Schule in Bad Dürkheim bereits eingeführt. Die weiteren Schulen werden im November 2020 auf IServ umgestellt.

„Wir haben die Zusage, dass wir bis zur Einführung des Programmes an den einzelnen Schulen die Cloud-Version kostenfrei nutzen können“, berichtet Kley. Dadurch seien das Homeschooling und die Kommunikation gewährleistet. Da nicht jeder Schüler die nötige Hardware besitze, um IServ nutzen zu können, erhält der Landkreis eine Förderung des Bundes in Höhe von rund 280.000 Euro für die Beschaffung von schulgebundenen mobilen Endgeräten, einschließlich des Zubehörs.

Der Landkreis hat auf dieser Grundlage bereits 664 iPads angeschafft. Weitere 162 Geräte hat das Land Rheinland-Pfalz zugesagt, die KSB Stiftung in Frankenthal hat 21.000 Euro zweckgebunden für die Anschaffung von weiteren 50 Tablets zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf werde der Kreis weitere mobile Endgeräte beschaffen. Mit diesen Anschaffungen soll es den Schulen ermöglicht werden, Leihgeräte für bedürftige Schüler zur Verfügung zu stellen, um so die Teilnahme am digitalen Unterricht von zu Hause zu ermöglichen. Die Entscheidung, an wen die Geräte verliehen werden, wird unter Berücksichtigung pädagogischer Gesichtspunkte durch die Schule getroffen. Einen Anspruch auf die Leihe gibt es nicht.