Ruppertsberg RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Lebensraum für Steinschmätzer

Der Steinschmätzer war früher überall in der Region zu Hause.
Der Steinschmätzer war früher überall in der Region zu Hause.

Im Renaturierungsgebiet Schleitgraben stehen seit Samstag zehn weitere Gabionen mit Sandsteinen. Sie dienen ab dem kommenden Frühjahr als Brutplatz und Unterschlupf für den stark gefährdeten Steinschmätzer.

„Bei uns können nur noch wenige Populationen beobachtet werden“, erklärt Heiner Weisbrodt, Ortsbürgermeister von Ruppertsberg. Um die Vogelart wieder stärker anzusiedeln, wurden bereits im Sommer die Gabionenkörbe angeschafft. Zudem hatten die Rupperstberger Winzer übers Jahr einen großen Berg Feldsteine aus den Weinbergen zusammengetragen. Für die Aktion ließ sich Weisbrodt von Fachleuten des NABU beraten.

Am Steinsammelplatz fanden sich am frühen Samstagmorgen 25 engagierte Helfer zum „Gabionenfüllen am Schleitgraben“ am Tränkweg ein. Mit dabei waren Ruppertsberger Winzer mit Traktoren, Frontlader und Anhänger, Jäger und Feldhüter, aber auch acht Mitglieder des NABU Mittelhaardt und sieben von der Neustadter Ortsgruppe. Rund 20 Kubikmeter Feldsteine wurden in die Gabionen gefüllt und am Schleitgraben entlang verteilt.

Ideale Bedingungen

„Wir haben mit den passenden Steinen bereits kleine Höhlen in den Gabionen angelegt“, erklärt Bernd Hoos von der NABU-Gruppe Neustadt. Damit seien ideale Bedingungen für den Steinschmätzer geschaffen. Im Umfeld der Brutplätze ist aber auch ein ausreichender Anteil an offenen Weinbergsgassen und Sandwegen nötig. Da gibt es am Schleitgraben die idealen Voraussetzungen.

Hoos setzt sich viele Jahre für eine artenreiche Vogelwelt in der Region ein. „Der Steinschmätzer war früher überall in unserer Gegend zuhause“, gibt er zu bedenken. Mittlerweile gibt es zwischen Neustadt und Grünstadt noch 80 Paare, so Burkhart Orth von der NABU-Gruppe Mittelhaardt. 200 sind es in ganz Rheinland-Pfalz. Damit hat die Region eine noch recht starke Population im Land, die es zu erweitern gilt. „Wir haben hier eine besondere Verantwortung für den Artenbestand“, betont Orth.

Weiter wurden an dem Morgen auch die bereits vorhandenen Gabionen wieder freigelegt. Die müssen für den Steinschmätzer möglichst frei bleiben. Neben ihm werden hier aber auch Kleingetier, wie Eidechse und Insekten Unterschlupf finden.

Bürgermeister Weisbrodt ist vom Verlauf der Aktion, angefangen von der Arbeitsaufteilung bis zur Verpflegung, begeistert: „Alle Gruppen haben super zusammengearbeitet.“ Für das kommende Frühjahr schlägt Hoos eine Vogelexkursion durch die Ruppertsberger Fluren vor.

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