Kreis Bad Duerkheim Maria, Maienkönigin

Im Jahr 1848, dem Höhepunkt vieler politischer Unruhen und Aufstände in ganz Europa, veröffentlichte Karl Marx sein „Kommunistisches Manifest“. Zur gleichen Zeit begründete ein politisch eher wenig motivierter Kaplan in Aachen die besondere Verehrung der Gottesmutter während des ganzen Maimonats. Er gilt als Höhepunkt der Frühlingszeit. Viele haben vielleicht als Kinder die Maiandachten besucht, Marienlieder gesungen und zu Hause ein Maialtärchen aufgebaut. Nicht überall auf der Erde ist der Frühling im Mai wie bei uns. In Afrika ist es die Zeit der drückendsten Hitze vor der ersehnten Regenzeit. In Australien wird es winterlich und kühler. Aber bei uns singen die Vögel am frühesten Morgen. Die Bäume stehen in voller Blüte, alles wächst und gedeiht. Der Winter ist vergessen, die ganze Natur wie neu. Am Dienstag war der erste Mai. Der Monat Mai, als auch jeder Samstag, ist der Muttergottes geweiht. Alte volkstümliche Überlieferungen sagen, dass an jedem Samstag und wenn auch nur kurz zu ihren Ehren die Sonne scheint. So hofft man auch im Mai, wenn es auch in der Wetterregel heißt: „Ist der Mai kühl und nass – füllt dem Bauern Scheun` und Fass.“ Viele Lieder ehren die Maienkönigin. Der Dichter Guido Görres schrieb 1844 einen Zyklus Marienlieder für den Monat Mai, von denen einige zu Volksliedern wurden. Dazu gehören: „Maria, Maienkönigin“ und das Wallfahrtslied „Geleite durch die Welle“. In vielen Dörfern und Städten unserer Pfarrei und der Umgebung gibt es solche Marienheiligtümer zu entdecken. Denken wir dabei unter anderem an die „Limburg Madonna“ in der Pfarrkirche St. Ludwig, Bad Dürkheim, oder die Pietà auf dem Marktplatz in Wachenheim. Sie verweisen uns auf die Gottessohnschaft Jesu. Nehmen wir uns die Zeit, solche Stätten zu entdecken und uns inspirieren zu lassen, nicht nur im Mai. Lothar Zenetti brachte es so auf den Punkt: „Es wäre doch denkbar, dass uns im Wiederentdecken des Vergangenen, aus Heimat und Herkommen also und ungebrochener Glaubenskraft bleibende Werte erwachsen. Und eine Zuversicht, die uns heute und auch in Zukunft trägt: Meine Zeit ist in guten Händen!“ Der Autor Andreas Matheis, Diakon, der katholischen Pfarrei Heilige Theresia vom Kinde Jesus, Bad Dürkheim