Kreis Bad Duerkheim Maria, die Maienkönigin

„Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen“, so heißt ein altes Marienlied nach Guido Görres. Im selben Jahr als Karl Marx das „Kommunistische Manifest“ und damit das Programm für den Kommunismus veröffentlicht hat, 1848, als in vielen Ländern Europas Arbeiteraufstände ausbrachen, begründete ein politisch wohl ahnungsloser Kaplan in Aachen die besondere Verehrung der Gottesmutter im Monat Mai. Viele von uns kennen noch die Maiandachten, Marienlieder und die häuslichen Maialtäre. Das war eine rührende Idee aus kindhafter Frömmigkeit. Sie mag vielen heute als zu sentimental erscheinen. Nicht überall auf Erden ist Frühling im Mai wie bei uns. In Afrika ist es die Zeit der drückenden Hitze vor der ersehnten Regenzeit, in Australien wird es winterlich kühler, aber bei uns singen die Vögel am frühen Morgen. Die Bäume stehen in voller Blüte, alles wächst und gedeiht. Der Winter ist vergessen, die ganze Natur jugendlich frisch und wie neu. „Maria, dir befehlen wir, was grünt und blüht auf Erden“, so heißt es im Lied. So entscheidend für unser Heil Jesu Kreuz auch ist, Frohbotschaft wird sie doch erst durch die Auferstehung, den Sieg und das neue Leben für Jesus und für uns alle. Der christlichen Kunst fiel es immer schwerer diese Auferstehung und Verklärung ebenso glaubhaft und wirklich wie den Tod am Kreuz darzustellen. Aber zu allen Zeiten schilderte sie als ein Sinnbild des neuen Lebens das Bild der Mutter Maria. Darum die Blumen und die frohen Lieder, die auch heute noch uns allen etwas sagen können.

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