Kreis Bad Duerkheim Kein „Glühen“ für Adventsmarkt

91-80926419.jpg

Für den gemeinsamen Glühweinstand beim „Dürkheimer Advent“ haben so viele Vereine Interesse angemeldet, dass wohl jeder nur einen Tag wird bestreiten können. Insgesamt liegen der Stadt weit über hundert Anfragen für den Weihnachtsmarkt vor, davon etwa dreißig aus dem Bereich Kunstgewerbe.

Darüber berichtete Organisationschef Marcus Brill am Dienstag im Stadtrat, der dessen Konzept am Ende bei vier CDU-Enthaltungen einmütig zustimmte (wie gestern schon gemeldet). Demnach haben sich zwei Dutzend Dürkheimer Vereine für den Weihnachtsmarkt gemeldet, auch solche für „ein großes und attraktives Rahmenprogramm“. Bis Ende des Monats denkt Brill alle Bewerbungen beisammen haben, um dann bis Mitte April einen ersten Entwurf vorzulegen, wie der Aufbau über Römerplatz, Kurgartenstraße und Ludwigsplatz aussehen könnte. Ziel sollen – wie bereits mehrfach berichtet – zur Premiere dreißig Stände sein. An fünf bis sechs davon wird Glühwein ausgeschenkt, die ansässige Gastronomie inbegriffen. Der Vereinsausschank bleibt auf Glühwein beschränkt, sagte Brill auf Nachfrage. Zum anderen könne man nicht jeden Tag umbauen, je nachdem, wer was für Essen anbiete oder nicht, zum anderen wolle man Rücksicht auf die Gastronomie nehmen. Petra Dick-Walther (FDP) störte sich daran, dass die Stadt den Vereinsstand abrechne. Es gehe um den gemeinsamen Einkauf, so Brill. Der Aufwand sei nicht größer als etwa bei den Dürkheim-Gutscheinen oder bei den Weinpässen an den Weinnächten. Die täglichen Übergaben sollen die Vereine weitgehend selbst organisieren, fügte Bürgermeister Glogger hinzu. Insbesondere aus Reihen der CDU klang mehrfach Skepsis an, allgemein zum Erfolg einer weiteren Neuauflage, aber auch zum Finanzrahmen, der einen Fehlbedarf von 25.000 Euro ausweist, die von der Stadt zu tragen seien. Dies erschien einigen zu niedrig angesetzt. Der Mittelaltermarkt, der am zweiten Adventswochenende an der Schlosskirche von einer separaten Gruppe aufgezogen wird, werde sich selbst tragen, so Brill. Weil noch keine konkreten Beschicker feststehen, sprach Kurt Freund von „Blankoscheck“, Reinhard Stölzel von „Freifahrtschein“, den der Stadtrat ausstellen solle. Außer dem Glühweinstand hänge alles noch in der Luft, monierte Stölzel. Rolf Bart erschienen die Standgelder zu hoch und damit unattraktiv für Beschicker. So zahlt ein Glühweinstand 100 Euro pro Tag plus Nebenkosten wie Wasser und Bewachung (andere Anbieter zahlen weniger). „Die Zahlen stehen in den Unterlagen drin, bisher hat sich noch keiner abschrecken lassen“, meinte Brill. So gebe es allein für Glühweinbuden dreißig Anfragen. Freilich räumte Brill auch ein: „Ich glaub’s erst, wenn die Verträge unterschrieben sind ...“ Er müsse eine Lanze brechen für Brill, schaltete Christoph Glogger sich ein: „Eine konkrete Planung kann noch nicht fertig sein“, so der Bürgermeister, nachdem Versuche, das Thema schon im November in den Ausschuss zu nehmen, um im Dezember im Stadtrat grünes Licht geben zu können, nicht geklappt hätten. Beigeordnete Heidi Langensiepen erkundigte sich nach dem Alleinstellungsmerkmal des „Dürkheimer Advent“. „Unsere schöne Innenstadt in Szene zu setzen“, entgegnete Brill: Das Profil werde sich über die Jahre entwickeln, meinte der Wirtschaftsförderer, der zwei Beispiele heranzog: „Stop and listen“ am Römerplatz habe sich von 200 Zuhörern am Anfang zu einem „Wurstmarktsamstag“, die Weinbergnächte von 700 auf heuer 10.000 Weinpässe entwickelt. „Wenn das einer machen kann, dann ist es Marcus Brill“, stellte Johannes Steiniger (CDU) eben mit Blick auf die genannten Festivitäten fest. Die Diskussion „irritiert mich etwas“, so Steiniger auch an die Adresse seiner eigenen Fraktion: „Es geht doch hier nicht mehr groß darum, ob wir einen Weihnachtsmarkt machen oder nicht.“ Vom Zwischenruf „doch!“ unbeirrt, setzte der jüngste Ratsherr sein „Plädoyer für Optimismus“ fort. Der Festausschuss werde die Veranstaltung ebenso eng begleiten wie den Wurstmarkt. „Wir geben viel Geld auch für andere Dinge aus.“ Das Alleinstellungsmerkmal, so Steiniger noch, „ist die Identifikation der Bürgerschaft über die Vereine“. „Wir sollten einfach mal anfangen“, mahnte auch Reinhard Brenzinger (SPD), die Dinge „nicht wieder zu zerreden.“ Die einhellige Zustimmung fiel am Ende wohl leichter, nachdem Glogger den Einwand von Kurt Lang (FWG) aufgegriffen hatte, im Beschlussantrag das Defizit für die Stadt auf 25.000 Euro festzusetzen. (psp)

x