Hassloch
Freizeitspaß mit vielen Regeln
Der Parkplatz des Holiday Parks ist wieder das, was er eigentlich sein soll – eben ein Parkplatz. Bis vor Kurzem war er coronabedingt noch für ein Autokino genutzt worden. Am Donnerstag nun zeigen die Kfz-Schilder, dass die 2000 von den Behörden erlaubten Besucher pro Tag nicht nur aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland anreisen, sondern sogar aus Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Dennoch: Es ist ein Saisonstart mit nur etwa einem Achtel der Besucher, die sonst einen starken Tag ausmachen.
Große Vorfreude
Die Vorfreude ist trotzdem groß. Nachdem der Mittwoch als offizieller „Eröffnungstag“ laut Parkbetreiber bei leichtem Regen nur 1000 Besucher angelockt hatte, waren die 2000 Onlinekarten für Donnerstag nach Angaben von Verwaltungsleiter Bernd Beitz „ganz schnell weg“. Als Inhaberin einer Jahreskarte freut sich Jessica Wellsow aus Waldsee beim Bepacken des Bollerwagens für ihre Töchter Maya und Jola, dass es wieder los geht. Für die erst dreijährige Jola besteht keine Maskenpflicht, wie für alle Kinder unter sechs Jahren. Aber die Mutter hat „für alle Fälle“ noch Masken im Gepäck, dazu Hygiene-Handgel.
Auf dem Vorplatz machen rote und grüne Pfeile und „Felder“ klar, wie und wo die Besucher im richtigen Abstand von 1,5 Metern für die Kasse anstehen dürfen. Die Einlasskontrolleure tragen Maske und Visier gleichzeitig. Das schlaucht sie sichtlich, doch sie verdeutlichen: „Wir sind sehr nah an den Leuten.“
Überall wird desinfiziert
Merksprüche und deutsch-englische Lautsprecherdurchsagen machen auf die Desinfektionsmittelspender im Park aufmerksam. Nach dem Einlass muss die Maske vorerst bis zum „Platz der Fontänen“ aufbleiben: Dort sitzen schon bald kleine Gruppen ohne Mund-Nasen-Schutz herum, essen und trinken.
Auf Shows wie Wasserski und einige kleine Attraktionen muss wegen der Enge verzichtet werden, bei Verzehrständen sind Essensausgabe und Kasse räumlich getrennt. An den Fahrgeschäften freuen sich meist um die zehn bis 15 Gäste über die nur kurze Wartezeit. Vor dem „Dino Splash“ machen glückliche Besucher Fotos. Der Abstand zum Nebenmann ist schnell vergessen, wenn dem beweglichen Riesendino zugeschaut wird. „Im Freien ist das ja noch okay“, findet Sabrina Wettig aus Rheinhessen. „Aber in Gebäuden achten wir sehr auf Abstand, Handhygiene und die Masken.“
Maskenpflicht im Holiday Indoor
Und tatsächlich, im „Holiday Indoor“ halten sich die meisten Besucher an die Maskenpflicht, aber auch hier gibt es einen schnellen Bissen oder einen Schluck Wasser: Für den Betreiber Plopsa ist das, mit Abstand zu anderen Besuchern, „so auch in Ordnung“, wie Beitz sagt.
Für die Souvenirläden gibt es eine Zugangsbeschränkung, indem pro erlaubter Person eine laminierte „Eintrittskarte“ gezogen wird. Desinfiziert wird dauernd, ob nun Wasserhahn, Mülleimer oder Türgriff. Jede zweite Toilette bleibt zu. Der Kontrolleur eines Indoor-Fahrgeschäfts trägt die Maske permanent unter der Nase, einige Gäste tun es ihm daraufhin nach.: Verwaltungsleiter Beitz betont auf Nachfrage: „Alle hatten eine sehr genaue Schulung. Wir mahnen nicht gleich ab, müssen aber in solchen Fällen sofort gezielt nachschulen.“
„Wirtschaftlich ist das alles für uns weiterhin hart“, merkt er an: „Aber immerhin dürfen wir öffnen.“ Dass Jahreskarten- und Bürgerkarteninhaber beklagen, dass sie trotzdem online einen limitierten Zugang buchen müssen und nicht immer bekommen, verstehe er, aber: „Wir müssen einfach schauen, dass wir an den Öffnungstagen im Plan auch noch ein Kontingent an freien Einzelkarten anbieten können.“
Zur Sache: Obergrenze für Besucher
2000 Besucher dürfen zurzeit in den Holiday Park. Die Anzahl basiere auf einer Absprache mit dem Gesundheitsamt Bad Dürkheim, erläuterte Sina Müller, Pressesprecherin des Landkreises. Sollte sich die Situation positiv entwickeln, könne der Holiday Park in Absprache mit dem Gesundheitsamt demnächst auch mehr Besucher einlassen. Die bisherige Höchstanzahl an Besuchern im Park liegt nach Angaben des Unternehmens bei 22.000, ab etwa16.000 Besuchern gilt der Besuch als sehr gut.
Bei dem Testlauf am vergangenen Sonntag habe das Gesundheitsamt lediglich einige kleine Anmerkungen gehabt, sagte Müller. „An einigen Fahrgeschäften sollten die Zugangsbereiche und Einbahnregelungen klarer gekennzeichnet werden.“ Auch seien einige Beschilderungen im Park verbesserungsfähig gewesen.
In allen Fahrgeschäften außer der Expedition GeForce, dem Sky Scream und dem Free Fall Tower dürfen Besucher ihre Masken abnehmen, sobald sie Platz genommen haben. In allen Indoorbereichen gilt Maskenpflicht, ebenso im Eingangsbereich, am „Platz der Fontänen“ und in allen Wartebereichen.
„Das gilt natürlich nicht für Kinder unter sechs Jahren. Die müssen ja per se keine Masken tragen“, fügt Müller an. jmr/stbe