Kreis Bad Duerkheim Fünfmal fünf Stunden Fasnacht

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Das närrisch kostümierte Publikum erlebte im ausverkauften Saal des Sportvereins Weisenheim am Sand am Freitag ein über fünfstündiges Feuerwerk der guten Laune. Die Qualität der Darbietungen war auf hohem Niveau. Sitzungspräsident Frank Roos konnte sogar drei „akademische Grade“ in Sachen Fasnacht verkünden.

Pünktlich um 19.33 Uhr zogen Prinzessin Laura I., Bürgerwehr, Komitee, Elferrat sowie eine Abordnung der befreundeten Floßbachschwalben aus Maxdorf mit Prinzessin Denise in den Saal ein. Sitzungspräsident Frank Roos begann mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Er erinnerte an die unzähligen Katastrophen und an das Ableben so vieler Musiker, die „Helden seiner Jugend“ gewesen seien. Das Motto des Ordens weist auf die erstmals fünf Prunksitzungen beim SV hin – vier am Abend, eine am Nachmittag. Laura I., die in ihrer Freizeit B-Jugendliga-Spiele pfeift, begrüßte das närrische Volk: „Heut’ Abend hier zu sein ist für mich eine große Ehre. Heut’ wird gesungen und gelacht, dass es bis Freinsheim hinüber schallt“, sagte sie. Verbandsbürgermeister Jürgen Oberholz hat dies vor Ort vernommen. Hat er doch der Weisenheimer Prunksitzung den Vorzug gegeben vor dem Neujahrsempfang der Stadt Freinsheim. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld war als Ehrengast zum ersten Mal bei der Prunksitzung. Eröffnet haben den närrischen Reigen auf der Bühne „Eigengewächse aus Weisenheim“, wie Roos die SV-Maxis vorstellte. Als flotte Käfer eroberten sie die Bühne. Trainiert wird die Gruppe von Sylke Holzner, ebenso wie die später auftretenden SV-Teenies. Einige Tänzerinnen waren sogar in beiden Formationen vertreten. Die Teenies bekamen für ihren Tanz in farbenprächtigen Kostümen des „Verrückten Hutmachers“ von Alice im Wunderland eine Rakete vom Publikum. Die erste Büttenrede hielt die „Babbelgusch“ Elvira Langensteg von den Altrhoischnooke. Mit ihren Geschichten aus dem Leben mit ihrem „Alde“ brachte sie das Publikum zum Lachen. Eingeweiht wurde die neue Bütt„in Form eines Dubbeglases mit wechselnder Beleuchtung, hergestellt von Elferratsmitglied Edgar Baumann. Musikalisch begleitet wurden die Beiträge durch Martin Hemmer, „unser Freund seit 20 Jahren“, wie Roos formulierte. Bernd Ohler sorgte wieder dafür, dass der Saal so beschallt wurde, dass man es überall gut verstehen konnte. Den „ersten akademischen Grad“ kündigte Roos mit dem Duo „Babbel-Net(t)“ aus Mannheim an. Der Arzt für schwerhörige Alkoholiker – Dr. Fred von der Flachzange (Pit Karg) – versuchte verzweifelt, seinem Patienten Herrn Filzbacher die Fußballregeln beizubringen. Die Mimik von Filzbacher (Horst Siegholt) sorgte für Lachanfälle beim Publikum. Der „zweite akademische Grad“ war ein alter Bekannter: Werner Beidinger, der Musikprofessor. Laut wurde es vor der Pause als die rund 50-köpfige Guggemusikgruppe „Ludwigshafener Huddelschnuddler“ den Saal eroberten. Von den Mainzer Bohnebeitel war Harry Borgner als „Fischers Fritze“ nach Weisenheim gereist. Er wird auch als „Mann der 1000 Stimmen“ bezeichnet. Bei seinen Abwandlungen bekannter Hits, bei denen sich alles um „Fisch“ drehte, imitierte er eindrucksvoll bekannte Sänger wie Reinhard Mey, Udo Lindenberg und andere. Als Frau mit ausgeprägten Kurven im Leopardenkleid und hochhackigen Schuhen erzählte der „Härtschd“, Oliver Betzer, von seinen Kreuzfahrterlebnissen. Zu dem Lied „Das bisschen Haushalt…“ wischten Hausfrauen in Kittelschürz mit Staubwedel über die Bühne. Fast schon erwartet, zogen sie die Kittel plötzlich aus und die „Seccorinas“ vom SV verwandelten sich in hübsche „Barbiepuppen“ mit pinkfarbenem Minikleid und langen blonden Haaren. Der „dritte akademische Grad“ wurde erreicht mit dem Auftritt von Fräulein Baumann – der letzten Überlebenden aus Heesters Krabbelgruppe. Seit nunmehr 38 Jahren schlüpft Dr. Markus Weber in die Rolle von Fräulein Baumann. Die Fußballer alias die „Hyperaktiven“ mussten lange warten bis zu ihrem Auftritt, aber dann legten sie zur Freude des Fanclubs richtig los. Angefangen als Bayern in Lederhosen mutierten sie zu gruseligen Untoten, wurden Supermen, Fitnessbegeisterte und Mallorca-Fans. Unter denen befanden sich mit Andreas Kunze – als Frau im roten Glitzerkleid – und Ina Meyer Moderatoren von RPR1. Trainiert wurden die Fußballer von Sylke und Tyara Holzner. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und wurde durch die Dubbeglas-Brüder weiter beflügelt. Es fehlten weder der „Karl von Frankenthal“ mit unzähligen Strophen noch die „Weisremer Fasnacht“. Traditionell klang der Abend aus mit dem Weisenheim-Lied.

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