Hassloch
Einkauf am Automaten statt in der Filiale
Darüber ist von dem Unternehmen nichts zu erfahren. Seit dem 11. Juli schon können Kunden in Haßloch bei Aldi auch außerhalb der Geschäftszeiten einkaufen. Das ermöglicht der so genannte „Aldimat“ vor der Filiale Süd in der Moltkestraße. Interessenten können hier rund um die Uhr einen Teil des Sortiments erwerben. Mit „Schön, dass du da bist“, begrüßt sie eine weiße Schrift auf leuchtend blauem Grund. Wählen können sie zwischen 25 bis 30 Produkten, einem sehr kleinen Bruchteil des rund 1700 Artikel umfassenden Basisangebots von Aldi Süd. Hinter Glas liegen „typische Frühstücksartikel wie Käse, Wurst und Aufbackbrötchen, aber auch viele Artikel für einen spontanen Grillabend“, teilt eine Pressesprecherin der Unternehmensgruppe mit.
Bezahlt wird mit Karte
Immer wieder stehen Neugierige vor dem Automaten und betrachten die Auswahl an Wurst- und Käsescheiben, Aufbackbrötchen, Marmelade, Knabbereien, Getränkedosen, Würstchen und eingelegtem Grillfleisch. „Wir haben nur geguckt“, sagt beispielsweise ein Pärchen. „Hätten wir etwas gefunden, was wir brauchen, hätten wir auch was gekauft.“ Das geht ganz einfach mit der EC- oder Kreditkarte. Die hält der Kunde vor das Gerät, gibt die Nummer des Fachs mit der gewünschten Ware an, tippt anschließend die PIN seiner Karte ein, und schon kann er die so bezahlten Produkte in Empfang nehmen.
Teurer als im Laden ist die Ware aus dem Aldimaten nicht. „Die Preise für die Produkte sind die gleichen wie in der Filiale“, lässt das Unternehmen über seine Kommunikationszentrale bestätigen.
Länge der Testphase offen
Doch für welche Produkte soll der Aldimat seine Kläppchen öffnen? Was kaufen die Kunden dort? Sind es die alltäglichen Dinge wie Milch, Butter, Eier, die zufällig gerade daheim ausgegangen sind? Greifen sie vielleicht lieber zu Artikeln, die sie spontan für einen Abend mit Freunden benötigen? Oder tätigen sie die allernotwendigsten Einkäufe in Corona-Zeiten lieber vor der Filiale, um so zu das Betreten des Geschäfts und zwischenmenschliche Kontakte zu vermeiden?
Wie rege wird der Aldimat überhaupt genutzt? Das Unternehmen macht dazu keine Angaben. Es bittet lediglich um „Verständnis, dass wir uns aktuell zur Länge der Testphase noch nicht äußern können und darüber hinaus gehende Fragen derzeit nicht beantworten“. Den Test auch auf weitere Filialen auszudehnen, sei derzeit auf jeden Fall „nicht geplant“.
Auch andere verkaufen per Automat
Automatenverkauf ist dabei nichts Neues. Beim Handrichshof am Rand vom Meckenheim beispielsweise können an einer „Regio-Box“ seit diesem Frühjahr rund um die Uhr unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Eier, Obst, Kartoffeln, dazu Dosenwurst, Wein und Wasser erworben werden.
Im Weingut Gilda Moll in St. Martin können Durstige sich gegen die entsprechenden Kosten an einem Weinautomaten bedienen, um nur zwei Beispiele aus der näheren Umgebung zu nennen.
Schon lange davor gab es Automaten mit Snacks, Süßigkeiten und Getränken auf Bahnsteigen, an Autobahnraststätten sogar regelrechte Automatenrestaurants.