Kreis Bad Duerkheim Eine Marke als Lebensgefühl

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Politik und Motorradfahren hatten bisher nicht viel miteinander zu tun. Dann drohte die EU, Strafzölle auf Harley Davidson zu schlagen. Das würde die ohnehin nicht billigen Maschinen noch teurer machen. Ein Besuch bei Harley Davidson Rhein-Neckar in Ruchheim zum Start in die Saison.

Das tiefe Brummeln und Brabbeln der hubraumstarken Zweizylinder ist allgegenwärtig. Dutzende Harleys rollen Richtung Ruchheim. Am Herrschaftsweiher feiert der Harley-Stützpunkt an diesem Tag nämlich den Beginn der Motorradsaison. Harley Davidson, das ist nicht einfach ein Motorrad – die Marke steht vor allen Dingen für ein Lebensgefühl. Die vermutlich beste Reklame für die Firma war der Film „Easy Rider“ in dem Peter Fonda und Dennis Hopper auf zwei Harley Choppern durch die USA fahren. Biker, Rocker und Hippies werden als Gegenkultur zum Establishment gezeigt. Harley Davidson Rhein-Neckar bietet nicht nur die Motorräder, sondern alles an, was aus einem „Modell von der Stange“ das persönliche Traumgefährt macht. Pascal Vergnaud war hier lange Werkstatt-Chef, vor einem Jahr hat er die 1976 in Edigheim gegründete Firma von seinem Vorgänger Thomas Gärtner übernommen. In Ruchheim arbeiten heute 25 Mitarbeiter. Zum Umsatz möchte sich Vergnaud nicht äußern, spricht aber von über 200 verkauften Harleys pro Jahr. An diesem Nachmittag schwirrt er durch 2500 Quadratmeter Ladenfläche und über die 10.000 Quadratmeter Freigelände seiner Firma und ist ständig im Gespräch mit Harley-Fahrern und solchen, die es werden wollen. Die Kundschaft sei gemischt. Dass nur Rechtsanwälte und Zahnärzte sich heute Harleys fahren, weil leisten können, sei ein längst überholtes Vorurteil. Als die Strafzölle auf Harley-Importe in der Luft lagen, habe es einige wenige besorgte Nachfragen von Kunden gegeben. Er selber sieht die Lage „total entspannt“. „Das ist ja schon wieder vom Tisch und da wird auch nichts passieren“, ist er überzeugt. Tatsächlich wird die amerikanische Regierung Strafzölle auf EU-Importe vorerst nicht erheben und so hat auch die EU die angedrohten Strafzölle auf Harleys, Whiskey und Erdnussbutter bleiben lassen. Und die Frau des Chefs meint: „Nur weil Trump jetzt gerade Präsident ist, kann man doch die amerikanische Geschichte nicht einfach vergessen!“

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