Bad Dürkheim
Ehemaliges Buchert-Gelände: Stadt soll Fläche entwickeln
Das Gelände im Zentrum des Ortsteils Hardenburg wurde schon im 18. Jahrhundert als Sägemühle mit ausgedehntem Holzlagerplatz genutzt, zuletzt knapp 40 Jahre bis 1975 durch die Firma Türenwerke Buchert. Seit den 1990er-Jahren liegt die Fläche an der Seilerbahn, die Hardenburg teilt, brach. Versuche, sie zu entwickeln, scheiterten. 2023 tauchte das Gelände für den Kaufpreis von etwa einer Million Euro in einem Immobilienportal auf. Die Stadt griff zu. Für Ortsvorsteher Thorsten Brand (CDU) ein Glücksfall: „Dass die Stadt das Grundstück gekauft hat, ist ein Riesenerfolg. Letztlich haben die langen Bemühungen Früchte getragen.“ Dadurch biete sich die Chance, einen Treffpunkt für den Ortsteil zu schaffen und auch älteren Kindern sowie Jugendlichen etwas zu bieten. „Halb Hardenburg hat in der Seilerbahn das Fahrradfahren gelernt“, verdeutlicht Brand, der sich einen Bolzplatz als Teil einer Freizeitfläche für alle Generationen gut vorstellen könnte.
Der Geländebereich südlich der Isenach kommt laut Stadtverwaltung wegen zu starker Beschattung nicht für Wohnbebauung infrage. Auf dem nördlichen Teil sollen Häuser – auch mit bezahlbarem Wohnraum – entstehen. Aufgrund seiner Lage bietet das Gelände die Chance, für den Radverkehr und für Fußgänger einen Lückenschluss zwischen den Straßen Seilerbahn und Mühlbergweg, parallel zur viel befahrenen B37, zu schaffen. Auch die Müllabfuhr würde davon profitieren.
Laut Brand soll ein Wirtschaftsweg angelegt werden. Außerdem ist eine Renaturierung der Isenach geplant, die durch das Gelände fließt. Zunächst muss jedoch ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
Stadt soll Fläche entwickeln
Doch wer soll die Fläche entwickeln und vermarkten – die Stadt oder ein privater Investor? Nach dem Ortsbeirat Hardenburg stimmte vergangene Woche auch der Bauausschuss mehrheitlich für die erste Variante. Nur die FDP plädierte angesichts der knappen Personalressourcen der Stadtverwaltung dafür, einem Investor die Entwicklung des Geländes zu übertragen. Markus Wolf (CDU) sprach dagegen beispielsweise von einem „logischen Schritt“, das Gelände selbst zu entwickeln und Grundstücke später auf den Markt zu bringen. Auf Nachfragen aus dem Gremium konnte Petra Müller, Sachgebietsleiterin im Bauamt, allerdings keinen Zeitplan dafür nennen. Dies hänge von der Priorisierung des Vorhabens durch die politischen Gremien ab.
Ortsvorsteher Brand wünscht sich, dass Freizeitfläche und Wirtschaftsweg unabhängig von dem Bereich mit der Wohnbebauung entwickelt werden. Dies sei weniger aufwendig und die ersten beiden Vorhaben seien schneller zu realisieren.