Lambrecht/Edenkoben/Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Drogen im ehemaligen Hotel „gebunkert“?

Drei Männer aus Lambrecht sollen die Drogen besorgt haben.
Drei Männer aus Lambrecht sollen die Drogen besorgt haben.

Am Landgericht Frankenthal wurde am Montag der Prozess gegen vier Angeklagte aus Lambrecht und Edenkoben fortgesetzt, ihnen wird gewerblicher Drogenhandel vorgeworfen. Drei Männern wirft die Staatsanwaltschaft vor, als organisierte Bande gehandelt zu haben. Als Mindeststrafe drohen dafür fünf Jahre Haft.

Laut Anklage soll ein 28-Jähriger aus Edenkoben seit Ende 2019 in fünf Fällen ein bis drei Kilogramm Marihuana von den übrigen drei Angeklagten angekauft und an Abnehmer in der Vorderpfalz weiterverkauft haben, um sich eine dauerhafte Einnahmequelle zu sichern. Lieferanten der Droge sollen drei 26 bis 30 Jahre alte Männer aus Lambrecht gewesen sein. Zudem soll das Trio von Februar 2019 bis April 2020 Betäubungsmittel in unterschiedlichen Mengen an weitere Abnehmer verkauft haben. Ein 26-jähriger Mann soll bei der Beschaffung und dem Weiterverkauf der Drogen als Kopf der Bande agiert haben, während ein 30-Jähriger für die Fahrten zur Beschaffung der illegalen Ware aus Frankfurt nach Lambrecht verantwortlich gewesen sein soll. Der Dritte soll für die Übergabe der Drogen an die Abnehmer zuständig gewesen sein.

Drei der Angeklagten sind bereits unter anderem wegen Drogendelikten vorbestraft und sitzen in Untersuchungshaft. Der vierte, bisher nicht vorbestrafte Beschuldigte wurde inzwischen aus der U-Haft entlassen. Schon bei den polizeilichen Ermittlungen hatten die Angeklagten einige der Vorwürfe eingeräumt, andere jedoch bestritten. An den ersten Verhandlungstagen haben die jungen Männer ausgesagt, dass sie selbst schon längere Zeit Drogen konsumieren würden. Der Weiterverkauf habe dazu gedient, die eigene Sucht zu finanzieren. Sie hätten in unterschiedlicher Besetzung zusammengearbeitet, doch eine Bande seien sie nicht gewesen.

Streit zwischen Strafkammer und Verteidiger

Die Strategie dahinter ist erkennbar. Für bandenmäßigen Drogenhandel gilt eine Mindeststrafe von fünf Jahren Haft. Am Montag stand die Fortsetzung des Prozesses zunächst im Zeichen eines Streits zwischen der Strafkammer unter dem Vorsitzenden Richter Karsten Sauermilch und zwei der insgesamt acht Strafverteidiger um die Verschiebung eines Prozesstermins. Um ein „Platzen“ des aufwendigen Prozesses wegen Ausfalls eines Rechtsvertreters zu verhindern, sind alle Rollen doppelt besetzt worden. Jeder der vier Angeklagten verfügt über einen Wahl- und einen Pflichtverteidiger. Zu acht Rechtsanwälten kommen Richter, Anklagevertreter und Sachverständige. Entsprechend schwierig ist es, Verhandlungstermine zu finden.

Als belastendes Material wurden anschließend eine Reihe von Telefonaten und Chats zwischen den Hauptangeklagten vorgespielt oder vorgelesen, die von der Polizei im April 2020 mitgeschnitten werden konnten. Dabei ging es um die Abwicklung von Drogengeschäften und die Organisation der Übergabe der Rauschgiftkuriere. Größere Mengen an Drogen waren offenbar in einem ehemaligen Hotel in Lambrecht „gebunkert“ worden. Im April 2020 erfolgte dann der Zugriff der Polizei. Der Prozess wird am 12. Mai fortgesetzt.

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