Dirmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Büro Stadtgespräch stellt Konzept für Dorferneuerung vor

Besonders dieser Teil des Dirmsteiner Schlossplatzes muss verschönert werden. Da sind sich wohl alle einig.
Besonders dieser Teil des Dirmsteiner Schlossplatzes muss verschönert werden. Da sind sich wohl alle einig.

Ein Planungsbüro hat im Rahmen der Dorferneuerung und unter Mitwirkung der Bürger untersucht, wo Dirmstein aus stadtplanerischer Sicht Defizite und Entwicklungspotenzial hat. Das Ergebnis ist eine lange Liste mit denkbaren Maßnahmen.

Was Diplom-Ingenieurin Julia Kaiser vom Kaiserslauterer Büro Stadtgespräch vergangene Woche dem Dirmsteiner Gemeinderat an Möglichkeiten präsentierte, ist zusammen genommen sehr teuer für ein Dorf, das chronisch überschuldet ist. Aber das ist die berühmte Schere im Kopf, die nach Überzeugung Kaisers aktuell nicht zum Einsatz kommen sollte. Denn dann wäre der vorangegangene Prozess der Dorfmoderation umsonst und eine große Chance verpasst.

Denn erstens haben ja Dirmsteiner den Maßnahmenkatalog mitentwickelt, und zweitens hat die Stadtplanerin nur das aufgeführt, wofür es auch Zuschüsse gibt. Vom rheinland-pfälzischen Förderprogramm Dorferneuerung zum Beispiel könnten bis zu 65 Prozent der Kosten übernommen werden. Und der Status Schwerpunktgemeinde, den die Verwaltung beantragt hat und laut Kaiser wahrscheinlich bekommen wird, bringt zusätzliche Vorteile. „Jetzt sind Sie in der Dorferneuerung drin“, appellierte sie an die Ratsmitglieder. „Wenn Sie dieses Buch zuklappen, machen Sie es nicht mehr auf!“

Das Großkarlbacher Bücherheisel steht für gemeinschaftsfördernde Ideen, die sich relativ leicht umsetzen lassen.
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Schlossplatz auf der Liste

Trotzdem: Die Bürgervertreter wirkten ein wenig schockiert, als sie die Beträge hinter den Vorschlägen lasen, und dabei sind sie bloß grobe Erfahrungswerte des Büros und keine richtigen Kostenschätzungen. 780.000 Euro zum Beispiel für die Modernisierung des Alten Rathauses, 100.000 Euro für die naturnahe Aufwertung des Schlossparks oder 1,25 Millionen für die Neustrukturierung des Schlossplatzes. Auf der Liste stehen unter anderem noch ein Pflegekonzept für die öffentlichen Grünflächen, die einheitliche (touristische) Beschilderung plus zentrale Informationsstelle, der Ausbau von Spazier- und Radwegen und die funktionale Verbesserung der fünf Ortseingänge.

Die Liste sei auf zehn bis 15 Jahre angelegt, verdeutlichte die Stadtplanerin. „Sie können sich jedes Jahr etwas davon herausgreifen und angehen“, sagte sie. Oder eben auch nicht. Das Programm Dorferneuerung zwinge die Kommunen nicht dazu. Oberste Priorität sollte ihrer Ansicht nach der Schlossplatz haben, also das Umfeld des Sturmfeder’schen Schlosses, das der Sitz der Ortsgemeinde ist. Das steht schon lange auf der Wunschliste der Ratsmitglieder, denn insbesondere die Nordseite, ein geschotterter Parkplatz, ist nicht gerade eine Augenweide.

Julia Kaiser beendete ihre Präsentation mit der Bitte, ihr bis circa Ostern zu sagen, ob das Konzept in Ordnung ist oder ergänzt beziehungsweise verändert werden sollte. Dann geht das Papier zur Begutachtung an den Landkreis Bad Dürkheim und von dort an die Genehmigungsbehörde des Landes. Im Sommer könnte das Programm dann eventuell vom Gemeinderat beschlossen werden.

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