Kreis Bad Duerkheim Über die Kraft der Bäume

Der Nussbaum steht für Leidenschaft und gilt im Keltischen Baumkreis als wichtigster Baum der Jahreszeiten. Den von 21. bis 30. April und 24. bis 2. November Geborenen wird laut Baumhoroskop Leidenschaft und Lebenslust nachgesagt. Das ist nachzulesen auf insgesamt 22 Informationstafeln entlang des Keltischen Baumpfades, der jetzt im Mannheimer Luisenpark eingeweiht worden ist.

Die Idee dazu hatte Christiane Haas, nachdem sie von der schönen Atmosphäre eines Keltischen Baumkreises im niederländischen Venlo inspiriert worden war. „Wir haben dann festgestellt, dass 20 der dazugehörenden Bäume im Park schon vorhanden sind“, erklärt Parkchef Joachim Költzsch. Ab sofort könne man zwar nicht mit einer kreisförmigen Anordnung, dafür aber mit einem rund Kilometer langen Baumpfad aufwarten. Die zwei noch fehlenden Bäume haben Christiane Haas und der Förderkreis „Freunde des Luisenpark“ gespendet. Bürgermeisterin Felicitas Kubala (Grüne) sieht in der neuen grünen Attraktion jedoch nicht allein die mythische Bedeutung, sondern zugleich einen Lehrpfad, der die Artenvielfalt im Park unterstreicht. An jeder Station ist Interessantes aus botanischer Sicht zu lesen. Die Texte stammen von Werner Molitor, Gartenbauingenieur und ehemaliger Mitarbeiter des Grünflächenamtes. Der Baumexperte weist darauf hin, dass die Kelten in Ermangelung eines Kalenders Sonne, Mond und die Natur beobachteten, um die Jahreszeiten festzustellen. „Zugleich verehrten sie über Bäume und Wasser die Götter“, ergänzt der eigens zu diesem Anlass vom Donnersberger Keltenverein nach Mannheim gekommene Druide „Donarix“. Doch viel mehr als dieser enge Bezug der Kelten zur Natur ist eigentlich nicht überliefert und der Keltische Baumkreis eine relativ moderne Erfindung, aus der Robert Graves 1941 das Baumhoroskop ableitete. Nimmt man das alles nicht für bare Münze, dann bietet das Ganze eine durchaus fantasievolle und kreative Möglichkeit, den typischen Charakter der verschiedenen Baumarten kennenzulernen. „Baumpfleger legen häufig ihre Hand an einen Stamm und spüren den Kraftfluss im Baum“, weiß Molitor, dass da nach wie vor besondere Bande zwischen Mensch und urwüchsiger Natur besteht. „Eine große Buche bringt so viel Sauerstoff, dass zehn Menschen atmen können“, erklärt der Baumexperte. Und vielleicht hätten ja die Druiden damals schon genau erkannt, dass Bäume für unser Überleben wichtig sind. Druide „Donarix“ alias erster Vorsitzender Erwin Schottler hält mit seinem Verein jedenfalls das Wissen um die Überlieferungen wach und unterstützt als eine Hauptaufgabe die archäologischen Arbeiten am keltischen Donnersberg. Mit 240 Hektar Innenfläche und insgesamt 8,5 Kilometer Stadtmauer gehört die keltische „Stadt“ zu den größten Anlagen ihrer Art, die Einblick in das Leben der späten Kelten an der Schwelle zu einer Hochkultur geben. Noch Fragen? Die nächste Führung entlang des Keltischen Baumpfades bietet der Mannheimer Luisenpark unter fachkundiger Leitung von Werner Molitor am Mittwoch, 15. Juli, an. Eine Anmeldung für diesen Termin ist nicht notwendig. Treffpunkt ist am Heinrich-Vetter-Denkmal gegenüber dem Pflanzenschauhaus.

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