Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Kirchheimbolanden: Lokalsport

Wehrloses Heim-Quartett

Tischtennis: Im Derby der beiden Donnersberger Oberligisten behält die TSG Zellertal klar die Oberhand

Von Peter-Pascal Portz

Angela Radetz und Tanja Schultz boten ihren Gegnerinnen im Doppel lange Paroli, am Ende mussten sie sich aber dennoch Sylke Bayer und Silke Ermel mit 2:3 geschlagen geben.

Angela Radetz und Tanja Schultz boten ihren Gegnerinnen im Doppel lange Paroli, am Ende mussten sie sich aber dennoch Sylke Bayer und Silke Ermel mit 2:3 geschlagen geben. ( Foto: Loeffel)

«Winnweiler.» Einst war er gefürchteter Angstgegner, heute fristet er ein Schattendasein: Der TTC Winnweiler kämpft mit einem Derby-Problem – und trudelt Richtung Oberliga-Abstiegsrelegation. Die neuerliche 3:8-Abfuhr am Sonntag gegen die TSG Zellertal ist das Symptom der schwankenden Kollektiv-Form. Es fehlen einerseits Glück, andererseits der Selbstglaube und die Siegessicherheit. Kontrast: Mit Riesenschritten marschiert Zellertal gen Meisterschaft Nummer zwei.

Im November noch konnte man es getrost auf einen schwachen Tag schieben. Diesen Durchhänger, dieses Loch. Nichts klappte. Zwei Totalausfälle waren schier nicht aufzufangen, man kassierte, ohne sich groß mit Gedanken herumzuplagen. An jenem Samstagabend im November, als der TTC Winnweiler im Oberliga-Derby mit 8:3 aus der Harxheimer Halle bugsiert wurde, tröstete man sich mit der Vorstellung des Ausrutschers. Ärgerlich, aber eben nur ein Unfall. Heute, knapp zwei Monate später, sagt Winnweilers Tanja Schultz: „Das Jahr läuft für uns nicht so gut. Im Moment sind wir nicht besser.“ Ein Statement mit Signalwirkung. So langsam muss der TTC-Express beschleunigen, ansonsten droht in einer unbefriedigend zähen Saison der GAU. Ganze zwei Punkte trennen Winnweiler vom Relegationsrang acht – wenn’s blöd kommt.

In der großen Turnhalle des Wilhelm-Erb-Gymnasiums war es mal wieder so weit. Sonntagmorgen, Derbytime. Um es kurz zu halten: Nach dramatischem Start rannte die TSG Zellertal dem, am Ende, wehrlosen Heim-Quartett fort. „Wir hatten viel Glück im Doppel. Ich hab’ nicht viel getroffen, und was ich getroffen hab’, waren Netzbälle“, fasste Zellertals Spitze Sylke Bayer den Auftakt zusammen. Sie steigerte sich, zweieinhalb Stunden später stieg sie mit drei Einzelpunkten als Spielerin des Matchs empor. War der Kampf gegen Angela Radetz anfangs eine Qual in fünf Sätzen, fertigte Bayer Katharina Dinges und Schultz jeweils mit 3:0 ab. Kurzer Prozess. Die Zellertalerin bewies, dass ihre klasse Form kein Zufallsprodukt ist – mit 23:6-Einzeln reiht sie sich in die Top-Fünf der Oberliga ein. Schultz dagegen erlebte, wie sie selbst einräumte, einen pechschwarzen Tag. Bayer und TSG-Zwei Sabine Becker stimmten zu. „Dass sie so schlecht drauf war, war sicherlich mit der Knackpunkt. Wenn du einen Scheißtag hast, triffst du eben keine Kugel“, stellte Becker unverblümt klar. Dinges und Schultz gewannen ihre Auftakteinzel in fünf Sätzen, Marcella Franck in vier – doch nach dem 3:3 sahnte der TTC in fünf Einzeln nur noch einen mageren Satz ab. „Wenn am Anfang zwei Spiele kippen, stehen wir unter Druck. Wenn es aber richtig übel läuft, geht das noch deutlicher aus“, sinnierte Becker, die mit ihrer TSG unbeirrt die Klasse anführt. Am Vortag räumte der Krösus beim 8:5 gegen den TSV Gau-Odernheim den ersten Brocken weg. Hartes Wochenende, optimale Ausbeute.

„Wir stehen vorne, da kann man nicht sagen, dass wir nicht gut spielen. Wir haben nichts zu verlieren – nachdem wir am Anfang Angst hatten, wie es in neuer Aufstellung läuft“, bilanzierte Bayer die Teil-Saison. Becker und Anneli Heintz sind die passenden Puzzleteile. Die TSG ist ungeschlagen, als einziges Team. Konträres Bild in Winnweiler: Mit durchwachsener 10:10-Bilanz ist der unliebsame Platz acht, jene Position, die die Relegation als Strafe vorsieht, nicht mehr weit weg. „Es ist die Summe aus allem“, haderte Schultz. „Die ganze Liga ist eng. Zellertal ist nicht der Gegner, gegen den wir Punkte brauchen. Die müssen wir woanders holen.“ Es wird Zeit für eine Serie, die Alarmglocken läuten. Mehr als drei Punkte in Folge konnte der TTC bisher nicht einfahren.

Einzelergebnisse

Doppel:

Radetz/Schultz – Bayer/Ermel 2:3, Dinges/Franck – Becker/Heintz 0:3

Einzel:

Dinges – Becker 3:2, Radetz – Bayer 2:3, Schultz – Heintz 3:2, Franck – Ermel 3:1, Dinges – Bayer 0:3, Radetz – Becker 0:3, Schultz – Ermel 1:3, Franck – Heintz 0:3, Schultz – Bayer 0:3

Punkte TSG gegen TSV Gau-Odernheim:

Bayer/Ermel, Bayer 2, Ermel, Heintz, Becker 2.

Donnersbergkreis-Ticker