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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Donnersbergkreis

„Vernünftig und sachbezogen“

MORSCHHEIM: 25. Neujahrsumtrunk war für Ortschef Fister der letzte seiner Amtszeit

Von Anna-Maria Jung

Ein Hauch von Wehmut klang beim diesjährigen Neujahrsempfang mit, dem letzten in der Amtszeit von Ortschef Fister.

Ein Hauch von Wehmut klang beim diesjährigen Neujahrsempfang mit, dem letzten in der Amtszeit von Ortschef Fister. ( Foto: Stepan)

Zum nun schon 25. Neujahrsumtrunk hatte die Gemeinde Morschheim in die Mauritiushalle eingeladen – und eine erfreulich große Anzahl der Einwohner zeigte durch ihr Kommen Interesse am Ortsgeschehen. Diesmal klang in der Begrüßung von Ortsbürgermeister Joachim Fister ein Hauch von Wehmut mit: Seine Amtszeit neigt sich dem Ende zu, weil er bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidiert.

Beim Blick zurück auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres wurde deutlich, dass einige der aktuellen Themen auch den neuen Gemeinderat noch beschäftigen werden. Dazu gehört die Kindertagesstätte. Fast 200.000 Euro wurden investiert, um das Gebäude mit Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen aufzurüsten und ein altes Nachbargebäude zu erwerben, damit hier fehlende Funktionsräume geschaffen werden können.

Den Platzmangel im Kindergarten verdeutlichte der Ortschef mit zwei Zahlen: Vor 20 Jahren bei Eröffnung der Einrichtung waren 16 Kinder zu betreuen, jetzt sind es 50. Das Personalkarussell sei in Bewegung gekommen, weil die vor einem Jahr beim Neujahrsumtrunk vorgestellte neue Leiterin noch in der Probezeit kündigte. Ihre Nachfolgerin Carina Jäger und deren Stellvertreterin Sabrina Walter stellte Fister nun offiziell vor.

Erfreuliche Entwicklungen gab es in zweierlei Hinsicht: Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat Morschheim den Sprung auf die Landesebene geschafft und eine Silbermedaille errungen. Nachdem es 2017 den Sonderpreis des Landes für kinder- und jugendgerechte Entwicklung gab, waren die damit verbundenen 5000 Euro für die Spiel- und Raststation verwendet worden. Damit und weiteren unter Federführung von Claus Hofmann gesammelten Geldspenden konnte die Spielanlage im letzten Frühjahr erweitert werden. Wieder einmal haben dabei viele freiwillige Helfer und der Verein Naturspur mitgeholfen – ihnen allen dankte der Ortsbürgermeister für das große Engagement.

Überraschend große Resonanz hatte im vergangenen Jahr die Seniorenfahrt gefunden, und auch beim Grillfest für die ältere Generation sei eine Rekordteilnehmerzahl verzeichnet worden, hatte Fister erfreut ein Resümee über die Einbindung der Senioren in die Dorfgemeinschaft gezogen. Sehr positiv auch sein Überblick über die Entwicklung des Dorfladens: „Der Laden steht so gut da wie lange nicht mehr.“ Astrid Neumann und ihrem Dorfladen-Team dankte Fister deshalb ganz besonders, weil sie viel Tatkraft und Energie dafür aufgewendet haben.

„Eine ganze Menge zu tun gibt es für den neuen Gemeinderat“ – mit diesen Worten stimmte Joachim Fister auf bevorstehende Maßnahmen ein: Ausbau der Bürgersteige in der Donnersbergstraße, Erschließung des Neubaugebiets, Umbau oder Neubau für die Kindergartenerweiterung und Abschlussarbeiten auf dem Friedhof nannte er unter anderem als Ziele; aber auch an der Gemeindehalle müsse nach den Sanierungsarbeiten im letzten Jahr noch einiges an energetischen Maßnahmen in Angriff genommen werden. Die Dorfgemeinschaft hat Fister allen besonders ans Herz gelegt: Die Zahl der Vereine habe abgenommen – auch darum werde sich der neue Rat kümmern müssen.

Um alle Einwohnern über das Prozedere der Kommunalwahl am 26. Mai in Kenntnis zu setzen, will Joachim Fister eine Informationsveranstaltung durchführen. In diesem Zusammenhang erwähnte er, dass für das Amt des neuen Ortsbürgermeisters bis jetzt zwei Bewerbungen vorliegen, ein dritter Bürger habe Interesse angemeldet. Seinen Appell, wählen zu gehen, verband er auch mit dem Aufruf, sich für einen Sitz im Gemeinderat zu bewerben, um an der Weiterentwicklung Morschheims mitzuwirken. Seinen Dank richtete der scheidende Ortschef an alle, die in den 25 Jahren seiner Amtszeit an Projekten mitgewirkt und sich engagiert haben: „Es waren unzählige Leute.“

Für den 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden Wilfried Pick ist Morschheim eine wachsende und blühende Gemeinde. Wie er in seinem Grußwort im Namen der VG und Bürgermeister Axel Haas hervorhob, blicke man deshalb auch aus Kibo nach Morschheim. Er bezeichnete es als gute Weichenstellung, dass die VG-Umlage gesenkt werden konnte und so alle Gemeinden dadurch mehr Geld zur Verfügung haben.

Einen Blick in die Geschichte Morschheims hatten den zahlreichen Besuchern des Neujahrsumtrunks, zu dem auch eine ganze Reihe Ortsbürgermeister und Beigeordnete der benachbarten Gemeinden gekommen waren, Astrid Neumann und Claus Hofmann gewährt: Sie stimmten mit einem kurzen Abriss auf neue Artikel ein, mit denen der für die Ortsgeschichte stark engagierte Arbeitskreis das Geschichtsbuch des Dorfes erweitert hat. Claus Hofmann war es auch, der wie jedes Jahr mit seiner Gitarre und Gesang einen besondern Akzent setzte.

Ratsmitglied Karl Hartmetz, von Joachim Fister respektvoll als „Alterspräsident“ bezeichnet, war es sichtbar ein Anliegen, dem scheidenden Ortschef im Namen des Gemeinderates zu danken: „Seit 25 Jahren hat er eine vernünftige und sachbezogene Politik gemacht.“ Im Gemeinderat habe man manchmal laut und kontrovers diskutiert, sei aber immer sachlich und fair miteinander umgegangen, so Hartmetz.

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