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Mittwoch, 16. Januar 2019 Drucken

Donnersbergkreis

„Rehe sind Feinschmecker“

Nils berichtet: Über das Wildtier des Jahres wissen viele recht wenig

Schüchtern und scheu: Rehe laufen weg, wenn sie Angst haben.

Schüchtern und scheu: Rehe laufen weg, wenn sie Angst haben. ( Foto: Frei)

«Kaiserslautern.»Das Reh ist zum Wildtier des Jahres 2019 gewählt worden. Ein bisschen gewundert hat mich das schon, Rehe kennt doch jeder, habe ich mir gedacht, und vom Aussterben bedroht ist das Tier auch nicht. Aber zwischen einem Reh erkennen und etwas über dessen Lebensraum und Lebensweise wissen, liegen Welten. Genau deshalb hat die Deutsche Wildtier Stiftung das Reh zum Wildtier 2019 ernannt.

Das Reh gehört zur Familie der Hirsche und ist ein Säugetier. Es ist die in Europa häufigste und kleinste Hirschart. Das Männchen trägt nur ein kleines Geweih. Ausgewachsene Rehe wiegen zwischen 15 und 22 Kilogramm und werden – an der Schulter gemessen – bis zu 80 Zentimeter hoch. Zum Vergleich: Der Rothirsch hat ein großes Geweih, wird bis zu 1,50 Meter groß und kann auch schon mal 250 Kilogramm wiegen.

„Rehe sind unheimlich grazile Waldwesen – und richtige Feinschmecker sind sie auch, die nur hochwertiges Futter fressen. Mir gefällt ihre Art, im kleinen Familienverband zu leben sehr“, schwärmt Ute Fenkner-Gies, Leiterin des Forstamtes Kaiserslautern. Hubertus Gramowski, der Kreisjagdmeister von Kaiserslautern, berichtet, dass Rehe ganz besonders gerne Grünkohl und Rosenblätter fressen. Die finden sie aber nicht im Wald und auch nicht auf dem Feld, wo die scheuen Tiere normalerweise wohnen. Rehe folgen auf der Suche nach hochwertiger Nahrung dem Menschen in die Gärten, Parkanlagen oder auch auf Friedhöfe.

Von Frühjahr bis Herbst muss das Reh täglich acht- bis zwölfmal fressen, bis es satt ist. Kräuter, Blüten, Knospen und Triebe stehen auf der Speisekarte. Gras frisst es nur, wenn es ganz zart und jung ist. Im Winter braucht es weniger Futter, weil sein Körper auf Sparflamme läuft.

Rehe können gut riechen und wittern den Menschen schon, wenn er noch 300 Meter entfernt ist. Wenn ihr also im Wald spazieren geht und vielleicht einen Hund dabei habt, lasst ihn bloß an der Leine und bleibt bitte auf den Wegen. Wenn Rehe gestört werden, rennen sie weg und verbrauchen viel mehr Energie, als sie im Moment übers Futter finden können.

Ein junges Reh heißt Kitz. Es verbringt seine ersten Tage häufig in einer Waldwiese. Das vermeintliche Dickicht ist aber häufig das Futter für Pferde und Rinder und wird im Mai gemäht. Die Bauern versuchen zwar, die Rehe mit ihren Kitzen zu vertreiben, bevor sie mit der großen Maschine das Gras mähen. Trotzdem sterben dabei immer auch Kitze. Eine große Bedrohung für die Rehe ist auch der Verkehr. Viele Rehe sterben auf der Straße. Rehe sind auch Beute der Luchse, die es im Pfälzerwald wieder gibt. |thea

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