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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Donnersbergkreis

Kita-Lösung, Neubaugebiet und Anbau an „Haus Zellertal“

ALBISHEIM: Scheidender Ortschef Friedrich Strack nennt beim Neujahrsempfang Vorhaben für 2019 – Positive Bilanz seiner 20-jährigen Amtszeit

Von Edwin Fuhrmann

Hört im Mai auf: Friedrich Strack.

Hört im Mai auf: Friedrich Strack. ( Archivfoto: J. Hoffmann)

Voller Stolz auf das Erreichte, aber auch mit Wehmut blickte der scheidende Ortsbürgermeister Friedrich „Friedel“ Strack am Sonntag beim Albisheimer Neujahrsempfang auf seine 20-jährige, engagiert und erfolgreich gestaltete Amtszeit zurück. Es war für ihn zugleich die letzte Zusammenkunft dieser Art: Aus gesundheitlichen Gründen hört Strack, der eigentlich nie in die Politik wollte und für den das Wohl der Gemeinde stets an erster Stelle stand, mit den Kommunalwahlen im Mai als Ortschef auf.

So viele Besucher wie nie zuvor waren ins Dorfgemeinschaftshaus zum Empfang gekommen. Diesen hat der sogenannte Alte Spielmannszug aus Einselthum (Leitung Werner Diefenbach) quasi mit Pauken und Trompeten eröffnet. Eines der treuen Mitglieder: der in Einselthum geborene und seit knapp 50 Jahren in Albisheim wohnende Friedel Strack, der auf der Querflöte mitspielte. „Dass wir zu seinem letzten Empfang spielen, ist auch ein Dankeschön dafür, dass er uns über all die Jahre die Treue gehalten hat“, so ein Mitglied des Spielmannszuges. Für die weitere musikalische Umrahmung des Programms sorgten der Gemischte Chor und der Männerchor des Gesangvereins unter der Leitung von Sophie Bender. Bei dem Potpourri altbekannter Schlager durfte ein Seemannslied – für ihren Aktiven und langjährigen ehemaligen Vorsitzenden Strack in Erinnerung an seine Bundeswehrzeit bei der Marine gesungen – nicht fehlen.

Erwartungsgemäß stellte der Bürgermeister in den Mittelpunkt seiner Ansprache einen Rückblick auf seine 20-jährige Amtszeit, in der neben dem üblichen Tagesgeschäft viel erreicht, das Dorfbild positiv verändert und weiterentwickelt worden sei. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit habe er mit der Schließung des letzten Lebensmittelgeschäfts ein großes Problem zu lösen gehabt. Statt der drohenden Schwächung der Infrastruktur sei diese jedoch durch die Ansiedlung eines großen, stets gut besuchten Lebensmittelmarktes gestärkt worden. Für den zu diesem zweck geopferten alten Sportplatz entstand mit dem Pfrimmtalstadion eine schmucke Sportanlage.

Mit der Marktansiedlung folgte der Startschuss als anerkannte Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung mit Umgestaltung der neuen Dorfmitte. An Stelle des Sänger- und des Sportheims entstand ein viel genutztes Dorfgemeinschaftshaus. Nach dem Erwerb der Anwesen Heinrich und Böhm sowie dem Verkauf des Geländes an einen Investor wurde im Herbst vergangenen Jahres im ersten Bauabschnitt ein dreistöckiges Wohnhaus mit zwölf Wohnungen (alle bereits bewohnt) fertiggestellt. Mit dem Haus Zellertal entstand ein Seniorenwohn- und Pflegeheim mit knapp 80 Plätzen. Neben der Erschließung der Baugebiete „Süd III“ und des lange brachliegenden ehemaligen Molkereigeländes – alle knapp 70 Grundstücke sind verkauft – wurden einige Ortsstraßen und ein Feldweg zum überörtlichen Wirtschaftsweg ausgebaut, die marode Leiselbachbrücke erneuert, im Zuge des B 47-Ausbaus die beiden Ortseingänge neu gestaltet sowie ein Feld- und Radweg entlang der Bundesstraße angelegt.

Stolz zeigt sich Strack, dass daneben auch viele kleinere Vorhaben ohne besondere finanzielle Belastung für die Gemeinde gestemmt werden konnten. Dieser gehe es gut, der Schuldenstand sei trotz der hohen Investitionen gegenüber vor 20 Jahren fast unverändert. Seit 2014 werden im Haushalt sogar Gewinne erwirtschaftet. Ihren Beitrag dazu liefern auch die drei Windräder mit Einnahmen von 100.000 Euro pro Jahr.

Der in der Vergangenheit mehrmals umgebaute protestantische Kindergarten wurde gerade aus finanziellen Gründen von der Ortsgemeinde übernommen (wir berichteten). Die unbefriedigende räumliche Situation – eine Gruppe ist derzeit ausgelagert – erfordere dringend eine Lösung, die spätestens in zwei Jahren umgesetzt sein soll. Auf der Agenda stehen neben der tiefgreifenden Sanierung des Rathauses die Erschließung des Neubaugebiets „Süd IV“ sowie ein an das „Haus Zellertal“ angrenzender Neubau. Durch die Erweiterung soll künftig betreutes Wohnen und eine ambulante Pflege angeboten werden. Wie vielerorts bereitet Strack auch in Albisheim die ärztliche Versorgung Sorgen. Einhellig habe der Gemeinderat jüngst beschlossen, die Ansiedlung einer Arztpraxis auch finanziell zu unterstützen.

Dank sagte Strack allen Gemeinderatsmitgliedern, Beigeordneten, der Verwaltung und den Ehrenamtlichen für die jahrelange Unterstützung sowie einem Team und der Marktjugend für die Bewirtung beim Empfang. Mit besonderen Worten würdigte Strack seine Familie, insbesondere seine Frau Traudel, ohne deren Unterstützung er das Amt so nicht hätte ausführen können.

Verbandsbürgermeister Steffen Antweiler unterrichtete über die geplanten Vorhaben in der VG und erheiterte mit der Glosse „Hobelspäne“ des verstorbenen Hörfunkmoderators Hansgeorg Baßler, in der das Amt des Bürgermeisters unter dem Motto „Ich möchte niemals Ortsbürgermeister sein“ humoristisch betrachtet wird.

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