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Kirchheimbolanden

Ist das der Durchbruch?

Advents-Krimi – „Im Namen ihrer Majestät“ (14): Eine konkrete Spur zum Donnersberg tut sich auf

Von Thomas Behnke

 

An diesem Morgen kam Kommissar i.R. Walter Weichmeier nur schwer aus dem Bett. Vom Whiskey waren Kopfschmerzen übriggeblieben, und ein merkwürdiges Traumbild ließ sich kaum abschütteln. Da war es um ein Puzzle gegangen, in dem sich die Teile immer wieder anders zu einem Ganzen zusammenfügten. Und das mit dem Yoga war auch der allerletzte Sch..., ärgerte sich der Ex-Ermittler über Rückenschmerzen, die als einziges Ergebnis von seinen Meditationsversuchen verblieben waren.

Wie war das? An irgendwas sollte ich doch heute denken? Ach ja, in die Zeitung sollte ich gucken, hatte ihm Rundblick-„Auge“ Stefan Thomas tags zuvor im „Kilkenny“ zwischen zwei Whiskeys gesteckt. Irgendwas mit der Radarstation auf dem Berg. Na, erst brauche ich einen Kaffee. Weichmeier schlurfte in die Küche, warf die Kaffeemaschine an und schob Croissants zum Aufbacken in die Röhre.

Einige Minuten später schlug er die Zeitung auf, führte das erste der vier Croissants seinem zu einem herzhaften Biss weit aufgesperrten Mund zu – um dann wie versteinert in dieser Pose zu verharren. Grund war das Bild auf der Titelseite des Lokalteils, auf das sein Blick sofort gefallen war.

Das Foto zeigte die eigentlich seit langem verwaiste frühere Radarstation der Amis auf dem Donnersberg unweit des Fernsehturms. Von wegen verwaist. Das Stahlgerüst, neu eingezäunt, zeigte sich wieder voll bestückt mit Satellitenschüsseln und Richtfunkantennen. Vor der Anlage patrouillieren zwei Männer in typischen Werkschutzuniformen. Und an einer der Schüsseln fiel ihm auf der Rückseite ein sehr verdächtiges Symbol auf.

Er warf die Zeitung über den Teller mit den drei Croissants, sprang zur Kommode und durchwühlte rasch mit einer Hand – das erste Hörnchen wartete in der Linken noch auf Beachtung –, alle Schubladen, bis er mit einer Lupe bewaffnet sich wieder der Zeitung zuwandte.

Tatsächlich. Hammer und Sichel in Gelb auf rotem Grund. Das Symbol der alten Sowjetunion. Die ist zwar längst Geschichte, aber... Über den Kiefern, die gerade den ersten Bissen energisch zermahlten, griffen nun im Ermittler-Großhirn einige Räder betriebsam ineinander. Der Artikel von Rabea Litts Nachfolger Severin Ruppertseck bot zwar wenig Aufschluss. Die Anlage soll verpachtet worden sein, an wen – Fehlanzeige. Da wird gemauert. Aber jede Wette: Da sind ein paar sowjetische Altkader am Werk, Ex-KGBler oder Stasi-Fuzzis ohne Pensionsanspruch, die sich mit der neuen Weltordnung nicht abfinden wollen. Wahrscheinlich haben die sich die Anlage auf dem Donnersberg unter den Nagel gerissen und irgendeinen Satelliten gehackt, über den sie den Coup mit der Mozart-Orgel logistisch steuern und sich zugleich vernetzen mit ihren englischen Spießgesellen, auf die Weichmeiers Frau Dörthe in London gestoßen ist.

So allmählich nimmt das Puzzle klarere Strukturen an! Und das alte Fieber, es griff wieder nach dem Ex-Ermittler.

Kauend warf sich Walter Weichmeier seine Schimpanski-Jacke über die Schultern, griff sich den Autoschlüssel und machte sich, das Adrenalin in den Adern spürend, auf den Weg, endlich Licht ins Dunkel zu bringen.

Fortsetzung folgt

Kommt Weichmeier auf dem Donnersberg tatsächlich der Mozartorgel-Verschwörung auf die Schliche? Morgen erfahren Sie mehr. Alle Folgen unseres Adventskrimis können Sie nachlesen auf www.rheinpfalz.de/adventskrimi.

 

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