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Freitag, 18. Januar 2019 Drucken

Donnersbergkreis

Innovatives aus der Pfalz

KERZENHEIM: Comexio GmbH stattet Europas größtes Smart-Home-Wohnprojekt aus

Von Anja Benndorf

Marc Christmann erklärt die Hard- und Software seines Systems.

Marc Christmann erklärt die Hard- und Software seines Systems. ( Foto: ABF)

346 Eigentumswohnungen in Wien sind mit den Modulen des Kerzenheimer Unternehmens ausgestattet.

346 Eigentumswohnungen in Wien sind mit den Modulen des Kerzenheimer Unternehmens ausgestattet. ( Foto: COMEXIO/PRIVAT)

2018 ist ein äußerst erfolgreiches Jahr gewesen für das junge Kerzenheimer Unternehmen Comexio, das zur Greiner-Firmengruppe gehört. Die im Januar 2013 von Marc Christmann gegründete GmbH gewann den Smart Home Deutschland Award in der Kategorie „Bestes Produkt“, wurde mit dem „German Innovation Award“ ausgezeichnet und ist Ausstatter von Europas größtem Smart-Home-Wohnprojekt, den Parkappartements am Belvedere in Wien.

Bei der Ausschreibung der Hard- und Software von Überwachungs- und Steuerungselementen für die 346 Eigentumswohnungen in Österreichs Hauptstadt überzeugte Comexio durch seine flexiblen Module, wie Geschäftsführer Christmann erläutert. „Jede Wohnung verfügt über eine Smart-Home-Grundausstattung, die der Kunde individuell erweitern kann“, berichtet er. Die jeweils autarken Systeme seien innerhalb des Gebäudes hinsichtlich einzelner Funktionen vernetzt. So müsse zum Beispiel der Fensterputzer nicht mit jedem Bewohner verabreden, dass zu einem bestimmten Termin sämtliche Jalousien nach oben gefahren sein sollen. Vielmehr könne er dies auf Knopfdruck für alle Appartements in dem auf Stelzen ruhenden Glaspalast selbst regeln.

„Die technischen Komponenten dieses Auftrages haben ein Volumen von zirka 200.000 Euro“, sagt Christmann. Was für die Comexio GmbH, die mit ihrem Jahresumsatz inzwischen im Millionenbereich liegt (aktueller Gesamtjahresumsatz der Greiner-Firmengruppe: 18,6 Millionen Euro), schon ein beachtlicher Betrag ist, stellt bezogen auf die Gesamtinvestition der Wohnanlage einen Anteil im Promillebereich dar. „Die Wohnanlage ist jedoch ein Türöffner für uns. Wir sind bereits an mehreren weiteren Großprojekten dran“, freut sich der Elektromeister und Betriebswirt. Die Bereitschaft von Investoren, smarte Häuser zu bauen, sei in den vergangenen drei bis fünf Jahren merklich gestiegen. „Die Immobilien erfahren einen deutlichen Mehrwert durch Smart Home“, so Christmann, der mit seinem Unternehmen mittelfristig zu den Big Playern in seiner Branche gehören will.

Dabei sind die beiden ergatterten Auszeichnungen sicherlich hilfreich. Unter den Erzeugnissen von mehr als 100 Bewerbern setzte sich das von Comexio als „Bestes Produkt“ des Awards des Bundesverbandes Smart Home Initiative Deutschland durch. „Die Jury votierte einstimmig für uns. Dabei punkteten wir mit unserem universell einsetzbaren, sehr kleinen und flachen Modul, das sich hinter fast jeden Lichtschalter setzen lässt“, erklärt der 33-Jährige. Damit ließen sich die Beleuchtung schalten und dimmen, die Rollläden und die Heizungsthermostate steuern. „Alle Funktionen sind unabhängig vom Internet“, hebt Christmann einen entscheidenden Sicherheitsfaktor hervor. Der Server, über den der direkte Fernzugriff zum Beispiel mit dem Smartphone möglich sei, stehe nicht in irgendeinem Rechenzentrum, sondern im eigenen Haus. „Die Kontrolle über die Daten obliegt allein dem Kunden“, so der Comexio-Geschäftsführer. Wer wolle, könne allerdings auch Amazon oder Google in das System einbinden.

Einen Monat nach der Auszeichnung der Hardware erhielt die Kerzenheimer Firma auch den ersten Preis für ihre Software – den German Innovation Award für das Betriebssystem „Comexio OS“. Gestaltung und Bedienerfreundlichkeit hätten dabei im Fokus der Bewertung gestanden, deutet Christmann auf einen Touchscreen mit bunten Symbolen zur einfachen Steuerung einzelner Komponenten wie Rollläden und Gartenbewässerung. „Hier kann man sich auch verschiedene Einstellungen als Pakete programmieren, etwa hell und kühl für den Putzmodus oder gedämpftes Licht und gemütliche Wärme für das Romantik-Ambiente im Wohnzimmer“, demonstriert er. Mit einem einfachen Finger-Tipp lässt sich auch der Grundriss des Hauses einblenden.

Ganz neu sei ein lichtschaltergroßer IP-Raumcontroller inklusive Gegensprechanlage mit Türspionfunktion, wobei im Nachhinein nachverfolgt werden kann, wer im Laufe des Tages vor der Tür gestanden hat. „Wir bieten Schnittstellen für alle gängigen Systeme in Gebäudeautomation an“, so Christmann, der mit fünf Mitarbeitern anfing und jetzt 22 Beschäftigte, einschließlich fünf Auszubildende, hat. Ein Nachrüst-System für Altbauten soll im ersten Quartal dieses Jahres herauskommen.

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