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Freitag, 04. Dezember 2015 Drucken

Kirchheimbolanden

Im letzten Augenblick

Advents-Krimi – „Im Namen ihrer Majestät“ (4): Ein roter Laserstrahl zielt auf Weichmeier

Von Fabian Kelly

 

Weichmeier blieb wie angewurzelt stehen. Was war das gewesen? Er hatte das Gefühl, als habe ihn für einen kurzen Moment ein merkwürdig grelles Licht geblendet. Der ehemalige Polizist blickte die Mozartstraße hinauf. Waren das nicht zwei Männer, die dort im Schatten der Mülltonnen standen? Einer der beiden hatte offensichtlich etwas in der rechten Hand und zielte damit in seine Richtung.

Während Weichmeier noch darüber nachdachte, was das wohl sein mochte, lief ihm plötzlich ein kalter Schauer über den Rücken, und sein Herz begann wie wild zu schlagen. Aus den Augenwinkeln bemerkte er den roten Punkt, der auf seiner Brust leuchtete. Das Licht eines Lasers. Weichmeier war sofort klar, was das bedeuten musste: Einer der beiden Männer zielte mit einer Laser-Waffe auf ihn, vielleicht mit einem Surefire X200a-Laser, angebracht an einer FN Five-Seven – aus der Entfernung konnte man das natürlich nicht genau sagen. Aber Weichmeier hatte genug CSI-Folgen gesehen, um nicht sehr genau zu wissen, wie das Licht eines Ziel-Lasers aussah. Er reagierte blitzschnell. Mit einem waghalsigen Sprung hechtete er in Richtung eines Gullideckels. Das Knirschen, mit dem seine Knie den Aufprall quittierten, überhörte er. Wie früher in den unzähligen Trainingsstunden in der Polizeisportgruppe geübt, rollte er sich seitlich hinter ein parkendes Auto und erwartete die donnernden Salven der einschlagenden Kugeln. Aber es geschah... nichts.

Vorsichtig lugte der ehemalige Polizist unter dem rechten Reifen des Corsas hervor. Die Männer waren mittlerweile einige Schritte in seine Richtung gelaufen. Der Kleinere der beiden, offenbar jener, den auch Heinz Torf schon beschrieben hatte, holte etwas aus einer der vielen Taschen seiner Weste. „Approximately twelve feet, that should be enough“, hörte Weichmeier den anderen sagen. Der blickte auf einen Kasten in seiner Hand, den Weichmeier bis eben noch für eine Waffe gehalten hatte. Das war er offenbar nicht. Der rote Laserstrahl erlosch, als der Mann einen Schalter auf dem Kasten drückte. Weichmeier schlug sich in Gedanken mit der Hand vor die Stirn. Nein, das war keine Laser-Pistole, sondern ein Messgerät. Mit Hilfe eines Laserstrahls konnte man Entfernungen messen. Weichmeier hatte im Baumarkt Lummel so ein Teil schon mal gesehen und war davon so begeistert gewesen, dass er es sich von Dörthe zu Weihnachten gewünscht hatte – sie hatte abgelehnt.

Aber was mochten die beiden Männer hier in der Schloßstraße und dazu noch am späten Abend ausmessen? Wie Bauarbeiter sahen sie ja nicht gerade aus. Weichmeier grübelte. Er hatte plötzlich einen Gedankenblitz: Diese Heimlichtuerei, das Interesse für die historischen Gebäude der Stadt und dann auch noch Vermessungsarbeiten – das ließ nur einen Schluss zu, und der hieß: City-Outlet! (Illustration: Herrmann)

Fortsetzung folgt

Sind die beiden verdächtigen Männer Teil des Planungstrupps des City-Outlets, das nach Kirchheimbolanden kommen soll? Mehr Details erfahren Sie in der morgigen Folge unseres Advents-Krimis und alle Teile finden Sie auf www.rheinpfalz.de/adventskrimi.

 

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