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Dienstag, 23. Juli 2019 Drucken

Donnersbergkreis

„Habemus Boijemäschder!“

Mannweiler-Cölln: Wahl hallt auch bei Kerwe noch nach – Sängerbund nimmt sich selbst auf die Schippe

Die Landfrauen hatten sich in Holländerinnen verwandelt.

Die Landfrauen hatten sich in Holländerinnen verwandelt. ( Foto: Loeffel)

Klar, dass die Bürgermeisterwahl auch auf der Kerwe in Mannweiler-Cölln auf der Agenda der Besucher stand. Das Thema bestimmte nicht nur die Gespräche am Wein- oder Bierstand und an den Brauereigarnituren, sondern auch beim Kerweumzug. Schließlich ist es nicht alltäglich, dass ein neues Dorfoberhaupt erst in der zweiten konstituierenden Sitzung durch den Gemeinderat gewählt wird. Doch zunächst galt es für die 17-köpfige Straußjugend, am Samstagabend den Kerwebaum aufzustellen, ehe das gesellige Beisammensein starten konnte.

Pünktlich um 14 Uhr am Sonntag setzte sich der Lindwurm aus Fußgruppen und Motivwagen in Bewegung und sorgte für lange Rückstaus auf der Bundesstraße 48. Während die Kindergartenkinder sich als Bauarbeiter verkleidet hatten und so ziemlich alle Zünfte abbildeten, die es eben auf dem Bau so gibt, hatten sich die Landfrauen in Holländerinnen verwandelt, die in Tracht und mit Haube Käse unters Volk brachten.

„Habemus Boijemäschder!“ verkündete der Wagen des Ortsteils Cölln, auf dem ebenso mit Stolz vermerkt wurde, dass es mit Udo Weyh wieder einer aus ihrer Gemarkung ist, der in Zukunft den „heiligen Rat“ führt. Wenn auch mit dem kleinen Wermutstropfen, dass statt seiner nun ein anderer zweiter Chef gesucht und gefunden werden muss.

Selbstironisch verkündete der Sängerbund im 140. Jahr seines Bestehens: „Egal wie, mer kummen immer in die Singstunn.“ Die Bilder vom Krückstock, dem Rollator oder dem Rollstuhl illustrierten das hohe Durchschnittsalter des Traditionschors.

Bereits von Weitem war der Beitrag der Straußjugend zu hören, denn die Bässe der Anlage dröhnten weit durchs Tal. Sie bezeichneten sich selbst als „Saufkompanie“ und führten sich unter dem Motto „Bauer sucht Frau“ entsprechend tierisch auf. Wobei es nicht nur allerlei Nutzvieh, sondern auch Bauern, Knechte und Mägde in einschlägigen Outfits zu bewundern gab.

Genug Gesprächsstoff also für das anschließende Kaffeetrinken oder den Montag, an dem das Treiben mit einem Frühschoppen begann. Zum Leberknödelessen am Abend trafen sich die Einwohner erneut an der Halle. Wegen der lang anhaltenden Trockenheit war aber lange unklar, ob das Feuerwerk zum Abschluss von der Kreisverwaltung genehmigt würde. Deshalb wurde kurzerhand umdisponiert – und die Szenerie mit bengalischem Feuer beleuchtet. |mhz

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