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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Donnersbergkreis

Frau an der Seite der Frauen

STAUF: Amira Gorski ist eine Doula und begleitet Mütter vor, während und nach der Geburt

Von Anja Benndorf

Doula Amira Gorski aus Stauf hat viele gemütliche Ecken, um sich mit werdenden Eltern zu treffen.

Doula Amira Gorski aus Stauf hat viele gemütliche Ecken, um sich mit werdenden Eltern zu treffen. ( Foto: Benndorf)

Amira Gorski aus Stauf ist eine Doula. Sie begleitet Frauen vor und nach der Geburt, und sie ist da, wenn die Frauen ihr Kind bekommen. Doulas ersetzen Hebammen nicht. Sie sind eher als Geburtsbegleiterinnen, als Vertrauensperson zu sehen. Amira Gorski sagt: „Für mich ist das ein Herzensdienst.“

Amira Gorski hatte bei der Geburt ihrer Tochter im Februar 2015 selbst eine Doula an ihrer Seite gehabt. Eine Freundin hatte ihr den Tipp gegeben. „Ich war sehr froh darüber, denn meine Hebamme hatte parallel noch eine andere Geburt zu betreuen und war nicht ununterbrochen bei mir“, sagt Gorski, die eine Hausgeburt in Berlin hatte. Das Entscheidende in den Stunden der Niederkunft sei die Ruhe gewesen, die die Doula ausgestrahlt habe. Gorski hat ihre eigene Erfahrung mit der Dienerin – Doula ist das altgriechische Wort dafür – so nachhaltig beeindruckt, dass sie selbst eine werden wollte.

Gorski betont, dass sie ihren Klientinnen über den Weg, den sie persönlich für die Ankunft ihres ersten Kindes auf der Welt gewählt habe, in der Regel nichts erzählt, um sie nicht zu beeinflussen. Die Vertrauensperson ist nicht nur bei der Geburt dabei: „Eine Doula ist ebenso hilfreich vor, bei und nach einer Entbindung im Geburtshaus oder in der Klinik“, sagt Gorski. Denn Unsicherheit und Angst sorge für eine Ausschüttung von Adrenalin, ein Hormon, das auf den Verlauf einer Geburt negativ wirke. Eine Doula helfe, die Umgebung so zu gestalten, dass sich die werdende Mutter sicher, beschützt und wohl fühlt. „Auch unterstützen wir die Väter, ihre Rolle zu finden.“

Besonders wichtig ist es Gorski, die Frauen umfassend zu informieren, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen können. Wer zum Beispiel nicht wisse, welche Möglichkeiten der Schmerzlinderung es gibt, lasse sich ungefragt eine Periduralanästhesie (PDA) geben, obwohl es vielleicht gar nicht die individuell beste Lösung ist. Gebärende, die von einer Doula begleitet werden, brauchen signifikant seltener Schmerzmittel, medizinische Interventionen wie Wehentropf oder Kaiserschnitt und haben tendenziell ein besseres Geburtserlebnis: Das hat eine von Ellen Hodnett, Professorin an der Universität von Toronto (Kanada), geleitete Untersuchung mit 13.000 Teilnehmerinnen 2003 festgestellt. Im Wesentlichen werden damit die Ergebnisse einer Studie der US-Wissenschaftler John Kennell und Marshall Klaus aus den 1970er Jahren bestätigt. Diese hatten herausgefunden, dass die Zuwendung einer Vertrauensperson einen positiven Einfluss auf die Dauer und Schmerzhaftigkeit einer Entbindung habe.

Amira Gorski wird ihre zweijährige Ausbildung beim 2008 in Freisbach gegründeten Verein Doulas in Deutschland in diesem Monat mit einem Zertifikat abschließen. Ausbildungsbegleitend hat die 31-Jährige bereits vier Frauen während der Schwangerschaft, der Entbindung im Krankenhaus oder auch daheim und als Wöchnerin unterstützt. Für März liegen ihr schon zwei Anfragen vor. „Die nächsten Doulas gibt es nach meiner Kenntnis bei Ramstein und in Karlsruhe“, beschreibt sie die Marktnische.

Dabei sind Doulas keine Erfindung der Neuzeit. In vielen Kulturen werden Gebärende zusätzlich zu Hebamme und Partner von einer vertrauten Frau begleitet, die selbst schon mindestens ein Kind bekommen hat.

Gratis sind die Dienste nicht, aber auch nicht gewinnbringend. „Ich mache das nur nebenberuflich aus Überzeugung, dass es etwas Gutes ist“, sagt die aus München stammende Tanz- und Theaterpädagogin, die unter anderem Workshops in Kitas, Schulen, der Volkshochschule und auch Firmen anbietet. Im Honorar von 300 bis 500 Euro sind viele Treffen enthalten. „Ich halte mir jeweils zehn Tage vor und nach dem Geburtstermin komplett frei und bin rund um die Uhr in Rufbereitschaft“, sagt Gorski. Wer sich das nicht leisten kann, erhält auf Antrag Zuschüsse vom Verein Doulas in Deutschland.

KONTAKT

Amira Gorski, Burgweg 1, Eisenberg-Stauf, Telefon 0163 4652505;

E-Mail: lichtanz@web.de

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