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Donnerstag, 27. Dezember 2018 Drucken

Kirchheimbolanden: Kultur Regional

Ein Wahrzeichen der Nordpfalz

Schweisweilerer Kirche ein zentrales Thema der Nordpfälzer Geschichtsblätter

Von Egon Busch

Ein Beitrag der Geschichtsblätter befasst sich mit der katholischen Kirche in Schweisweiler, hier der Altar.

Ein Beitrag der Geschichtsblätter befasst sich mit der katholischen Kirche in Schweisweiler, hier der Altar. ( Foto: nobi)

«ROCKENHAUSEN.» „Das kleine Dorf im Alsenztal besitzt eine katholische Kirche des Spätbarock, die Kunsthistoriker, Chronisten und Heimatforscher späterer Zeiten rühmen werden als ’architektonischen Glanzpunkt’, ein ’wahres Kleinod’ und ’Wahrzeichen’ der Nordpfalz, des Bistums Speyer, ja der gesamten Pfalz.“ So beginnt Professor Nies seinen Aufsatz „Kaiserliche Bauherrin der Barockkirche von Schweisweiler?“ in der neuen Ausgabe der Nordpfälzer Geschichtsblätter.

Leider sind jedoch bisher keinerlei Bauunterlagen, Finanzierungspläne, Listen der beteiligten Handwerker oder Daten von Baubeginn und Fertigstellung aufgetaucht, was natürlich einen idealen Nährboden für gewagte Spekulationen abgibt. Mit diesen, soweit sie veröffentlicht wurden, setzt sich der Autor in seinem Beitrag zunächst einmal auseinander und bringt eine Reihe von Gründen vor, warum es sich dabei eben nur um Spekulationen handelt. Nies sieht in der Schweisweilerer Kirche einen Vorposten der katholischen habsburgischen Grafschaft Falkenstein an der Grenze zum kurpfälzischen Imsweiler, war doch die reformierte Kurpfalz damals ein großer Konkurrent innerhalb der Mächte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und zwischen den katholischen und den Ländern, die der neuen Lehre anhingen. Deshalb wurde wohl auch die Himmelskönigin Maria zur Patronin des anspruchsvollen Kirchleins gewählt. Sie war schließlich auch Namenspatronin der Kaiserin Maria Theresia. Auch die Szenen, Figuren und Symbole im Innenraum stützen und unterstreichen die Annahme, dass das Wiener Herrscherhaus Einfluss genommen hat auf das, was an seiner fernen Westgrenze geschah.

Im 2.Teil seines Beitrags „In Russland ist ein anderer Winter als in Berzweiler – die Briefe des Soldaten Richard Welker“ überliefert uns Timo Scherne mehrere Briefe des betreffenden Soldaten aus dem Jahr 1942 an seine Familie in Berzweiler. Darin bedankt er sich für die Briefe und Päckchen aus der Heimat, schreibt aber auch von den Ereignissen an der Front, in die seine Einheit verwickelt war. Der Verfasser ergänzt diese meist knappen Angaben noch durch Auszüge aus dem Divisionstagebuch, die die Gesamtlage in diesem Frontabschnitt zeigt. Am 2. Januar 1943 ist dann der Gefreite Richard Welker in Stalingrad gefallen.

„Juden in Zell“ überschreibt Berthold Schnabel seinen Aufsatz, der sich mit der Geschichte des Dorfes Zell von 1706-1724 und dabei im Wesentlichen mit nur einer Person und deren Familie, nämlich dem aus Albisheim stammenden Juden Meyer Süß, befasst. Die Universität Heidelberg erlaubte diesen Einzug unter der Bedingung, dass der Antragsteller im Zellertal ein bequemes, wohnbares Haus baue und erlaubte auch, einen Kramladen zu eröffnen. Da er allein davon nicht leben konnte, wollte er seine Einkünfte durch Branntweinbrennen und Schächten noch etwas aufbessern. Dies führte allerdings zu einem lang andauernden Streit mit seinem Nachbarn, dem Pfarrer Brunger/Burkh. Sein Antrag, in Zell Schule bzw. Gottesdienst halten zu dürfen, wurde allerdings abgelehnt. Meyer Süß und seine Familie konnten in Zell keine Wurzeln schlagen und zogen deshalb im Jahr 1724 in das kurpfälzische Dorf Dalsheim im Oberamt Alzey.

Norbert Beisiegel setzt sich in seinem Aufsatz „Das Rathaus von Obermoschel“ mit der Geschichte dieses Gebäudes auseinander. Bereits 1510-1512 wurde dieses Haus errichtet und gerade im 18. Jahrhundert immer wieder zweckentfremdet, sei es als Feldlazarett oder als Gerichtsgebäude. Auch wurde im Jahr 1933 ein Raum dort als Labor zur Verfügung gestellt, wo man Gesteinsproben untersuchen konnte, um festzustellen, ob sich eine Wiedereröffnung der Bergwerke lohnen könnte. In den 1950er Jahren fanden im Obergeschoss des Rathauses die Gruppenstunden der Evangelischen Jugend statt. Heute finden im historischen Rathaussaal die Stadtratssitzungen und kulturelle Veranstaltungen statt.

Natürlich darf in dieser Ausgabe das Jahresprogramm 2019 nicht fehlen, soweit die einzelnen Veranstaltungen schon festliegen. Auch ein kleiner Bücherhinweis konnte noch in dieses Heft aufgenommen werden.

Nichtmitglieder, die Interesse an diesem Heft haben, können es vom Geschäftsführenden Vorsitzenden Timo Scherne, Rognacplatz 10, 67806 Rockenhausen, beziehen.

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